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 Viel Herz für kaltes Blut

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Michaela
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Reptilien: Bartagamen
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BeitragThema: Viel Herz für kaltes Blut   Mo 11 Aug - 6:25

Von Silke Derkum Versmold-Bockhorst. Trocken, glatt und samtweich fühlt sie sich an. Es dauert ein wenig, bis man die Scheu überwunden hat. Doch dann ist es angenehm die Pythonschlange zu streicheln. Der wachsende Mut des Gastes ist ein Erfolgserlebnis für Heike und Frank Iczek. Für sie haben Schlangen nichts Furchteinflößendes, eklig sind sie schon gar nicht. Die beiden Bockhorster sind begeisterte Reptilienhalter und -züchter.

36 Schlangen leben im Hause der Familie Iczek. 36 ausgewachsene wohlgemerkt. Denn neben den Alttieren - verschiedene Arten von Boas, Pythons und Nattern - tummeln sich auch 40 Jungtiere in den Terrarien. Hinzu kommen 14 Vogelspinnen, drei Geckos von Sohn Thomas, die Wüstenrennmäuse seines Bruders André, Hasen, Meerschweinchen, Schildkröten und Familienhund Merlin. Das Chamäleon, das Heike Iczek noch bis vor wenigen Wochen im Wohnzimmer hielt, hat sie allerdings abgegeben. Dort leben jetzt zwei Kornnattern im Terrarium.
Die rötlichen Nattern hinter der Glasscheibe sehen einfach schick aus, findet Frank Iczek. Er ist sichtlich stolz auf seine Tiere. Zwei Zimmer hat er ihnen in seinem Haus gewidmet. Die Terrarien nehmen die gesamten Wandflächen der Räume ein. Die Türen und sogar die Tischplatte sind mit Fotos verziert, kunstvolle Nahaufnahmen von Schlangen, Spinnen oder Insekten neben Bildern, die Familie und Freunde mit den Reptilien zeigen. Vorm Fenster steht ein Computer. Dort verwaltet Frank Iczek seine Tiere. Anders als bei vielen Kaninchen- oder Geflügelzüchtern haben die Iczek?schen Tiere - von der Boa Constrictor bis zur Vogelspinne - Namen. Und so kann man dort lesen, wann Daisy, Kaa oder Gloria geschlüpft sind, was sie wiegen und vor allem, wann sie zum letzten Mal gefressen haben.
Denn je nach Größe und Alter müssen die Tiere nur alle paar Wochen Nahrung zu sich nehmen. Ratten und Mäuse stehen bevorzugt auf dem Speiseplan, aber auch ein Huhn oder ein Kaninchen werden gerne verzehrt. Die Futtertiere züchtet Frank Iczek selber. Die großen ebenso wie die kleinen, also Schaben oder andere Insekten, die vor allem für die Vogelspinnen gedacht sind.
„Wenn die Schlangen Hunger haben, merkt man das sofort”, sagt Heike Iczek. Dann seien sie viel lebendiger und strecken sofort den Kopf nach vorne, wenn man das Terrarium öffne. Sowieso habe jedes der Tiere, die sich für den fremden Betrachter alle ähnlich entspannt in ihren Terrarien räkeln, seinen eigenen Charakter. Der erklärte Liebling der Familie ist in dieser Hinsicht Tigerpythondame Joe. „Sie lässt sich in jeder Situation gut händeln”, sagt Frank Iczek. Während die anderen Schlangen - im Hause Iczek leben nur Würge-, keine Giftschlangen - bei einer falschen Bewegung vielleicht auch mal beißen könnten, würde er für Joe seine Hand ins Feuer legen.
Aber in der Regel bleiben die Tiere in ihren gläsernen Behausungen. „Für uns ist es entspannend hier zu sitzen und die Schlangen anzusehen”, sagt Iczek und gerät ins Schwärmen, als er die Besucherin auf die auffällige Zeichnung der Schönnatter aufmerksam macht, die es sich auf einem Ast bequem macht.
Mindestens zwei Stunden pro Tag, meistens aber wesentlich mehr, hält er sich in den Reptilien-Räumen auf. Die Herausforderung bei der Haltung und Zucht der Kaltblüter sei es, durch Temperatur, Licht und Luftfeuchtigkeit Lebensbedingungen zu schaffen, wie sie in ihrer natürlichen Umgebung zu finden seien. Denn nur dann seien die Tiere auch bereit zur Paarung.
Neben dem züchterischen Ehrgeiz - die Jungtiere werden verkauft oder getauscht - zählt die emotionale Bindung, die Frank Iczek zu seinen Haustieren hat. „Alle von unseren Schlangen haben wir selbst aufgezogen”, erklärt er. „Natürlich können die Schlangen uns das nie zurückgeben, was wir an Zuneigung und Sorge in sie investieren”, ergänzt Ehefrau Heike. „Trotzdem sind sie für uns Familienangehörige.”

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Liebe Grüsse eure Michaela
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