Im Tiergarten Schönbrunn wurde ein "Heimtierpark" eröffnet. Gelehrt werden soll hier die artgerechte Tierhaltung von "Haustieren".
DerWiener Tiergarten Schönbrunn ist um eine Attraktion reicher: Ein Heimtierpark mit "typischen" Haustieren wie Kaninchen, Meerschweinchen und Wellensittichen ist unter der Patronanz von Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky (V) eröffnet worden. Hier sollen Kinder, Jugendliche und auch ihre Eltern lernen, wie Haustiere gemäß ihren Bedürfnissen richtig gehalten werden. Denn heutzutage besitzen viele Familien zwar ein Tier, doch über artgerechte Haltung wissen sie kaum Bescheid.
Den Plan für einen Heimtierpark gibt es schon seit einigen Jahren. "Bei uns rufen so viele Leute an, die Fragen zur Haltung ihrer Haustiere haben", erzählte Tiergarten- Direktorin Dagmar Schratter. "Einmal hat zum Beispiel jemand angerufen und gefragt, ob seine Bartagame (Anm.: eine Echsen-Art) nun ein Pflanzen- oder ein Insektenfresser sei."
Viele Leute besitzen ein Haustier, doch halten es nicht richtig. Das tun sie nicht aus Bosheit, "denn sie lieben es ja", sagte Schratter. Es fehle ihnen einfach an Wissen. "Deswegen gibt es so viele dicke Hunde und wenn ein Papagei zu sprechen anfängt, ist das ein Verzweiflungsschrei", so die Direktorin.
Lernen durch Beobachten
Kdolsky zeigte sich begeistert vom Heimtierzoo. "Kinder und Jugendliche können nicht früh genug den Umgang mit Tieren lernen. Es ist wichtig, dass ihnen gezeigt wird, wie man richtig mit Tieren umgeht, die uns täglich begleiten", meinte die Politikerin.
Als Kind war die Ministerin selbst Tierbesitzerin. So hielt sie "schwarz-weiße" Meerschweinchen, die ein "bisserl 'graupert' waren", Hamster und Katzen. Die Mieze ist im vergangenen Jahr "hochbetagt im Alter von 18 Jahren gestorben", erzählte Kdolsky. Im Augenblick habe sie kein Haustier, da das die Zeit nicht zulasse. Doch irgendwann will sie sich einen Hund anschaffen: "Mein nächster Wunschkandidat."
Die Besucher im "Minizoo" lernen spielerisch, was für ein Lebewesen gut oder schlecht ist. "Die Info soll von hinten herum beim Besucher ankommen", erklärte Marie-Helene Scheib vom Verein "Tierschutz macht Schule", die für das Konzept des Heimtierparkes verantwortlich ist. Deswegen sucht man hier große Informationstafeln vergebens. "Die Leute sehen zum Beispiel im Kaninchengehege Heu und sollten daraus lernen, dass die Haserl den ganzen Tag Futter brauchen."
Außerdem werden spezielle "Heimtierworkshops" (Infos unter 01-877 92 94-500) angeboten. Hier lernen Kinder und Erwachsene die grundlegenden Kenntnisse für die Haltung "typischer" Heimtierarten. Die Teilnahmegebühr beträgt 18 Euro plus den Eintritt in den Tiergarten.
Artikel vom 23.06.2008 17:59 | apa | big
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Liebe Grüsse eure Michaela