Biologe Reinhold Kratz: Feuchtwiesen des Nabu bei Klein Steimke sind "eine Perle im Landkreis
KLEIN STEIMKE. Die Feuchtwiesen in der Schunterniederung zwischen Glentorf und Klein Steimke sind für den Biologen Dr. Reinhold Kratz "eine Perle im Landkreis". Er untersucht zusammen mit dem Geographen und Vegetationskundler Olaf Borkowsky im Auftrag das Naturschutzbundes (Nabu), Kreisgruppe Helmstedt, welche seltenen Amphibien, Reptilien und Pflanzen dort vorkommen. Und er ist fündig geworden.
Mehr als 25 Jahre ist es her, als Karl-Heinz Dorge gemeinsam mit einigen Nabu-Mitgliedern das Gebiet in Augenschein nahm. Dort lebte der letzte Brachvogel, der im Landkreis Helmstedt gesichtet worden war. Beutelmeise und Storch fanden ihre Nahrung.
Die Wiesen wurden früher gemäht und das Mähgut als Einstreu in den Ställen benutzt. Später lagen sie brach und drohten zu verfilzen.
Maschinen formen neue Teiche auf den Wiesen
Weißstorch und andere Vögel konnten kein Futter mehr finden, seltene Blumen kamen nicht mehr aus dem Boden. Der Auftrag für den Nabu war, eine geeignete Pflegemaßnahme zu entwickeln. Dazu wurden die Wiesen von der Besitzerin gepachtet. Fachleute kamen mit Maschinen und formten Teiche. Seit Jahren werden die Grasflächen einmal im Jahr gemäht.
Der Erfolg blieb nicht aus. Als erstes blühten Knabenkraut und Herzgespann. Nach mehr als zehn Jahren kam auch der Storch wieder nach Klein Steimke.
Vor zwei Jahren fand ein Fachmann seltene Schnecken auf den Feuchtwiesen. In diesem Jahr sind es die Frösche, Lurche, Reptilien, nebenbei Pflanzen und Insekten, nach denen Reinhold Kratz auf der Suche ist. Erfolgreich, wie sich schnell rausstellte. Kurz vor dem Besuch des Redakteurs der Helmstedter Nachrichten hörte Kratz Schlagschwirle, Vögel aus der Familie der Grasmücken.
Der Diplom-Biologe hat als Kind in Glentorf gewohnt, kennt die Feuchtniederung: "Ich bin hier viel unterwegs gewesen". Heute noch ist er total begeistert von Fauna und Flora des Gebietes nordwestlich von Klein Steimke.
Frosch steht derzeit noch selten auf der Speisekarte
Sumpfschrecken, wilder Sauerampfer, verschiedene Knabenkräuter, Grasfrosch, Moorfrosch, die Liste der bereits gefundenen gefährdeten Arten, denen die Wiesen und Tümpel Lebensraum bieten, ist bereits lang. "Allerdings wenig Frösche", schränkt Kratz ein. Woran es liegt, kann er noch nicht sagen.
Vielleicht, so seine Überlegung, sind die Tiere von einem Pilz befallen, der auch schon in Deutschland vorkommen soll und tödlich ist. Sicher ist, das bestätigen beide Biologen: "Dies ist schon wegen der vielen Insekten ein wichtiger Lebensraum für den Weißstorch."
Aus Mitteln der Bingo-Lotterie werde dieses Forschungsvorhaben finanziert, erklärt Nabu-Vorsitzender Dorge. Der nicht verhehlt, dass er sehr zufrieden mit dem bisherigen Ergebnis ist. Damit werde die Arbeit des Nabu bestätigt.
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Liebe Grüsse eure Michaela