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 Nur nicht einwickeln lassen

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Michaela
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BeitragThema: Nur nicht einwickeln lassen   Di 22 Jul - 16:12

31-Jähriger züchtet Boa-Constrictor-Arten und Weißlippen-Pythons


Kreis Herford. Am Spieß gedünstet halten manche Chinesen Schlangenfleisch für schmackhaft. Das Verhältnis der meisten Deutschen zu den Reptilien ist gespannter. Ob es an deren Instinkten liegt, die auch Menschen gefährlich werden können, oder an der biblischen Geschichte über die Vertreibung aus dem Paradies -, Daniel Genovese zuckt mit den Schultern. Ihn haben Schlangen schon immer fasziniert.

Vier große Terrarien im Wohnzimmer, 16 weitere in einem anderen Raum - 18 Tiere hält der 31-Jährige zur Zeit in seiner Wohnung, in der mit ihm und den Schlangen auch seine Frau Beate Eva lebt. Anfangs habe sie gesagt: "Die Schlangen oder ich", erzählt Genovese schmunzelnd Inzwischen sei sie fast so fasziniert von den Reptilien wie er selbst. Von der erisierenden Leuchtkraft ihrer Haut und - zugegeben - auch von den Fütterung, bei der die Schlangen Ratten und Kaninchen als Ganzes verschlucken.

Daniel Genovese hätte schon als Kind gerne eine Schlange gehalten. Doch vor allem sein italienischer Vater teilte seine Faszination ganz und gar nicht. Mit 18 Jahren zog der Sunderaner in die eigene Wohnung. "Noch bevor die Einrichtung gekauft war, hatte ich das Terrarium eingerichtet", erzählt der gelernte Dachdecker.

Seine erste Schlange war eine Kornnatter, eine ungiftige amerikanische Würgeschlange. "Eine Anfängerschlange", sagt Genovese und meint damit, dass die Art leicht zu halten ist. Unzählige Fachbücher habe er im Laufe der Jahre gelesen, Terrarianer-Stammtische besucht und andere Schlangen-Arten gehalten, darunter auch giftige. "Aber ich habe eine leichte Schlangengift-Allergie", sagt der 31-Jährige und meint das ganz ernst.

Deshalb habe er sich schließlich auf Würgeschlangen spezialisiert. Genovese züchtet mit Erfolg verschiedene Boa-Constrictor-Arten aus Peru, Guyana, Brasilien und Surinam sowie Weißlippen-Pythons aus Papua-Neuguinea. Letztere leuchten besonders schön, wenn das Licht einer Lampe auf ihren Kopf fällt fällt. Das Männchen ist aber auch besonders aggressiv. Seine scharfen Zähne hat Genovese schon öfter zu spüren bekommen, wenn er das Wasser auswechseln wollte. Weil sie aber so dünn sind, sei das meist weniger schmerzhaft als der Kratzer einer Katze.

Für Hobby-Züchter sind Schlangen berechenbar. Mit einem Gehirn, dessen Größe zwischen Stecknadelkopf und Erbse liegt, gewöhnen sie sich nicht an den Menschen, sagt er. "Das sind Instinkttiere." Der 31-Jährige macht seine Schlangen mit Ritualen vertraut. Wenn er das Terrarium der Boa säubert, dann berührt er sie erst mit dem kalten Metallhaken. Danach legt er die Hand auf ihre Haut. "So verwechseln sie die Situation nicht so schnell mit einer Fütterung."

Einmal hatte es Daniel Genovese, der inzwischen als Experte gilt und kürzlich gemeinsam mit dem Bünder Maik Homann auch den Herforder Tierpark bei der Einrichtung seines Reptilienhauses beraten hat, eiliger. Und ruckzuck hatte sich eine Netzpython, die als die längste Schlangen-Art der Welt gilt und die er damals hielt, um seinen Körper gewickelt.

Sie war noch nicht so groß, deshalb war das nicht so schlimm, sagt der Sunderaner. "Aber die Erfahrung war gut, weil sie mich daran erinnert hat, dass es wilde Tiere sind." Grundsätzlich gelte jedoch: Ab einer bestimmten Größe der Schlangen, sollte immer jemand dabei sein, wenn man das Terrarium öffnet. Denn Würgeschlangen wickeln sich mit jedem Ausatmen enger um den Körper.



Haltung von Boa und Python
Schlangen machen nicht mehr Arbeit als ein Meerschweinchen, sind aber anspruchsvoller in der Haltung, sagt Daniel Genovese. Er selbst hält verschiedene der lebend gebärenden Boa-Constrictor- Arten mit zuletzt 55 Jungtieren und zwei Weißlippen-Pythons. Letztere legen Eier. Beide Arten sind nachtaktiv.

Das Terrarium für diese Arten sollte eine dem Herkunftsland der Tiere entsprechende Lufttemperatur und -feuchtigkeit haben. Wichtig ist ein großes, wenige Zentimeter hoch mit Wasser befülltes Becken. Denn die Tiere legen sich gerne hinein, zum Baden und um besser verdauen zu können. Das Wasser muss oft ausgewechselt werden, weil die Schlangen ebenso gerne ihr Geschäft darin erledigen.

Beide von Genovese gehaltene Arten benötigen Verstecke, zum Beispiel umgestülpte Tontöpfe, in die eine Öffnung hineingeschnitten wurde, und Äste auf denen sie klettern können. Aus hygienischen Gründen ist es sinnvoll, die Äste zu lackieren. Die Terrarien müssen bei der Reinigung regelmäßig desinfiziert werden. Auf Zeitungspapier fühlen sich Boas und Pythons ebenso wohl wie auf Torf. Sie sind auch in der Natur meist sehr standorttreu, wenn ihre Lebensbedingungen stimmen. Futter bieten verschiedene Zoohandlungen tiefgefroren an. Schlangen dürfen nicht zu viel davon bekommen. Weißlippen-Pythons würgen Fell und Knochen ihrer Futtertiere wieder aus.

Grundsätzlich gilt: Jede der rund 3.500 Schlangen-Art weltweit, von denen einige inzwischen nur noch in Terrarien existieren, ist anders und muss entsprechend behandelt werden. Daniel Genovese berät gerne kostenlos: genovese@arcor.de




nw-news.de

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Liebe Grüsse eure Michaela
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