Der Einsatz von Reptilien bei religiösen Ritualen ist gängige Praxis bei wortgläubigen Gemeinden in den Appalachen.
Frankfort - In einer christlich-fundamentalistischen Gemeinde im US-Staat Kentucky haben die Behörden mehr als 100 Schlangen beschlagnahmt. Die Reptilien wurden für religiöse Rituale eingesetzt, die sich auf einen Vers im Neuen Testament beziehen: "In meinem Namen werden sie (...) Schlangen mit den Händen hochheben" (Markus 16,18).
Allein im Haus des Pfarrers Gregory James Coots in Middlesboro fanden Polizisten 42 Mokassinschlangen, elf Waldklapperschlangen, drei Wassermokassinotter, zwei Kobras sowie jeweils eine Puffotter und eine Texas-Klapperschlange.
Der 36-jährige Coots leitet die Gemeinde "Full Gospel Tabernacle in Jesus Name". Dort starb 1995 eine Frau nach dem Biss einer Klapperschlange während eines Gottesdienstes. Ihr Mann starb drei Jahre später, ebenfalls nach einem Schlangenbiss in Alabama.
Bei der Polizeiaktion wurden zehn Personen festgenommen. Coots wurde wegen des illegalen Handels und Besitzes von Reptilien angeklagt. Der Umgang mit Schlangen ist gängige Praxis bei christlichen Fundamentalisten in den Appalachen, die die Bibel streng nach dem Wortlaut auslegen und auf besondere Zeichen der Frömmigkeit achten.
Die beschlagnahmten Schlangen wurden einem Reptilienzoo in der Ortschaft Slade übergeben. Die meisten Tiere wurden offenbar in der Wildnis gefangen, einige aber auch aus Asien und Afrika importiert. (APA/AP)
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