Ein tierisch seltener Fund in St. Georgen am Längsee: St. Veiterin rettete wild lebende heimische Sumpfschildkröte, die sich auf der Straße sonnte.
Den Gedanken an Schildkröten verbindet man meist mit fernen Ländern und ausgefallenen Reptilien. Umso kurioser ist es, wenn man plötzlich mitten im Bezirk St. Veit auf eine ausgewachsene Schildkröte trifft. So war es vor Kurzem in St. Georgen am Längsee der Fall.
Sonnenbad. "Sie saß auf der Straße und hat sich gesonnt", sagt Elke Galvin-Ogris, Online-Redakteurin der Kleinen Zeitung. Die St. Veiterin rettete dem ausgewachsenen Tier mit zirka 20 Zentimetern Länge, schwarzem Panzer und grün-gelb gefleckten Beinen vermutlich das Leben. Da kein Besitzer ausfindig gemacht werden konnte, brachte die Tierfreundin die Schildkröte in den Klagenfurter Reptilienzoo Happ. Für Chefin Helga Happ ist dies keine Seltenheit. "Wir wissen, dass die Sumpfschildkröte seit zirka 1640 bei uns beheimatet ist", so die Reptilien-Expertin: "Nicht ganz klar ist aber, ob sie von Anfang an da war oder ausgesetzt wurde." Im Bezirk St. Veit wurde die erste Schildkröte um 1920 gefunden.
Auf Brautschau. Trotzdem bleibt der "Fund" eine Seltenheit, denn in den letzten zehn Jahren wurden im Bezirk nur rund fünf Exemplare gesichtet. Wie viele tatsächlich bei uns leben, lässt sich schwer schätzen. Da diese Schildkrötenart sehr scheu ist und im Wasser lebt, trifft man sie generell nicht oft an. "Die meisten Funde passieren zur Paarungszeit im Frühling", sagt Happ. Meist treffe man dann auf Männchen, die sich "auf Brautschau" befinden. So ist auch die St. Georgener Schildkröte ein Männchen - er wurde übrigens wieder ausgesetzt.
Art bestimmen. Bei solchen Funden ist es wichtig zu bestimmen, um welche Schildkröten-Art es sich handelt. "Am besten ruft man bei uns an, oder kommt vorbei", sagt Happ. Die amerikanische Schmuckschildkröte zum Beispiel gefährdet nämlich heimische Tierbestände wie Frösche, Molche und auch die vom Aussterben bedrohte Sumpfschildkröte. Wichtig ist es darum, betont Happ, "dass keine fremden Tiere bei uns ausgesetzt werden."
SILVIA SEEBACHER
kleinezeitung.at
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