Auf der A3 über die Grenze, die Stadt im Gelderland links liegen lassen – und schon steht man vor den Toren zum Reich der Tiere. Wer im Burgers' Zoo große Augen machen möchte, wird allerdings zunächst selbst gemustert. Nicht etwa vom Kassenpersonal, sondern von den wohl besten Wachposten der Welt: Eine kleine Erdmännchen-Kolonie lebt gleich am Eingang, aufmerksam betrachten die Späher jede Bewegung vor ihrem Gehege. „Sogar wenn ein Flugzeug mal etwas tiefer fliegt, ist gleich Alarm”, sagt Zoo-Sprecher Bas Lukkenaar lachend.
Wenn die Erdmännchen um die Ecke ihrer Anlage blicken könnten, wären sie wahrscheinlich noch aufgeregter. In der Mitte des Tierparks wurde ein neuer Bereich namens „Rimba” gestaltet. Hier dösen prächtige Tiger vor sich hin, die sich mit den kleinen Räubern vom Eingang aber nicht abgeben würden. Ihre Aufmerksamkeit gilt vielmehr der Hirsch-Familie in der Nachbarschaft. Denn im Burgers' Zoo haben nicht nur die Besucher freie Sicht, auch die Tiere werden fast ausschließlich durch natürliche Hindernisse von Ausflügen in die Umgebung abgehalten. „Aus unserem 'Alcatraz' bricht trotzdem niemand aus”, verspricht Bas Lukkenaar. „Aber es wirkt eben nicht wie ein Gefängnis. Wir nutzen viel lieber die Unfähigkeiten der einzelnen Tierarten. Manche können eben nicht springen, andere nicht schwimmen.”
Doch nur selten braucht es tatsächlich eine strikte Trennung wie zwischen den Tigern und den Hirschen. So haben Letztere zum Beispiel eine Wohngemeinschaft gegründet. Nicht nur, dass hier gleich drei Arten von Geweihträgern zusammenleben – auch das Wildrind Banteng hat es sich gemütlich gemacht. Und die nächsten Mitbewohner werden schon erwartet: Siamang-Gibbons lassen in den Baumkronen bald ihre kräftigen Stimmen ertönen.
Auf der anderen Seite des Rundwegs gibt der Malaienbär den Ton an. Zwei Wasserfälle hat er in seinem Revier, Bäume, Felsen, und manchmal gibt es für das Schleckermaul auch einen Topf Honig.
Der Burgers' Zoo möchte aber nicht nur lebenswerte Gehege bieten, sondern auch für Nachwuchs sorgen. „Wir holen – bis auf Fische – keine Tiere aus freier Wildbahn. Es sei denn, sie sind bedroht und können durch uns vor dem sicheren Tod bewahrt werden”, betont Bas Lukkenaar. Dass die Zucht nicht immer leicht ist, erlebt der Zoo gerade auch bei den Malaienbären. „Wenn die Mutter mit ihren Kleinen in der Höhle ist und etwas Ungewöhnliches hört oder riecht, dann folgt sie dem Reflex, ihre Junge zu fressen.” Bei Löwen und Geparden haben die Arnheimer Zoo-Biologen gute Erfahrungen mit einem isolierten Ruheraum gemacht, der von den Tieren aufgesucht werden kann. „Wir hoffen nun, dass das auch bei den Bären klappt.”
Im Felsengang auf dem „Rimba”-Gelände können spannende Entdeckungen gemacht werden, frei nach dem Motto: „In diesem Bild ist ein Waran versteckt. Können Sie ihn finden?” So viel sei gesagt: Wenn der Waran (oder die Schlange oder ein anderes Reptil) nicht gefunden werden will, sucht man vergebens. Spaß macht's trotzdem.
Neben dem neuen Projekt „Rimba” werden auch die anderen Themengebiete gehegt und gepflegt. So führt ein beeindruckender Spaziergang in den Tropen des überdachten „Burgers' Bush” durch ein lebendiges Ökosystem. Die Tiere und Pflanzen profitieren voneinander und nutzen ihren Lebensraum optimal. Im „Bush” ist auch die erfolgreichste Erdferkel-Zucht Europas beheimatet. Übrigens: Bei den originären Savannen-Bewohnern gilt Hundefutter als Delikatesse.
Buchstäblich tief eindringen kann man in das Thema „Ozean”. Die gleichnamige Aquarienlandschaft führt vom Strand über Korallenriffe bis ins weite Meer. Dort ziehen graue Riff-Haie ihre Bahnen, und riesige Rochen gleiten majestätisch über die Köpfe der Besucher hinweg. Was davon wohl die Erdmännchen halten würden...
Burgers' Zoo in Arnheim (NL), Antoon van Hooffplein 1, tägl. 9 bis 19 Uhr, Eintritt: Erw. 17,50 €, Kinder (4-9 J.) 15,50 €, 0031(0)26/4424534, www.burgerszoo.nl
derwesten.de
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Liebe Grüsse eure Michaela