Am Sonntag wurde die Walther-Köbel-Halle zu einem riesigen Terrarium umfunktioniert. Rund 1000 Reptilien-Freunde, sowohl aus der Umgebung als auch aus dem Ausland, trafen sich auf der Reptilienbörse, um ihrem Hobby - den Kriechtieren - zu frönen. Von 10 bis 15 Uhr stellten 50 gewerbliche und private Anbieter all das aus, was Reptilienherzen, und natürlich auch die der Besitzer, höherschlagen lässt. Von Terrarien in allen Größen, über Fachliteratur und Zubehör, bis hin zu noch lebendigen Futtermäusen und Heuschrecken, war alles für die artgerechte Haltung dieser exotischen Tiere zu finden.
Die meiste Aufmerksamkeit bekamen die Reptilien allerdings selbst: Das Angebot reichte von Fröschen, Schlangen in allen Größen, Eidechsen, Schildkröten und Stabheuschrecken bis hin zu Spinnen und Skorpionen, die man erwerben konnte. "Viele Besitzer kommen hierher, um ihre zahlreiche Nachzucht zu verkaufen", beschreibt Thomas Büttner, einer der Organisatoren, den Zweck der Börse.
Mit seinem Kollegen Hans-Josef Rolinski organisiert er seit 15 Jahren Reptilienbörsen, die es den Haltern einfacher machen sollen, Tiere zu kaufen oder zu verkaufen und ihre Haltung optimal zu bewerkstelligen. "Die einzige Alternative, die es zu den Reptilienbörsen gibt, ist es, seinen Nachwuchs an Zoogeschäfte zu verkaufen." Diese würden allerdings sehr schlecht für die Tiere bezahlen, erklärt Büttner den Grund, solche Börsen zu veranstalten. Auch das Kaufen der lebenden Nahrung sei ein Problem, denn die meisten Geschäfte böten keine Mäuse an. Deswegen organisiert "Veranstaltungen Rolinski" pro Jahr rund 30 Reptilienbörsen. Viele der Aussteller und Besucher kenne man schon persönlich - denn Leidenschaft verbindet. In den vergangenen Jahren sei die Zahl der Reptilienliebhaber stark angestiegen.
Vor allem aber konnte man alle Altersklassen und Geschlechter am Sonntag beim Bewundern der Tiere beobachten. Büttner erklärt sich dieses Interesse an Reptilien damit, dass sie im Vergleich zu "normalen" Haustieren wie Hund und Katze viel pflegeleichter seien: Eine Schlange brauche nur rund alle drei Wochen Nahrung. "Da kann man ruhig mal zwei Wochen in den Urlaub fahren." Doch gibt er zu, dass es sich bei einer Schlange keinesfalls um ein Haustier für Anfänger handele. Der Interessent müsse sich vor der Anschaffung gründlich informieren. Hilfe bekäme man im Zoo, bei einem Fachtierarzt oder natürlich auf einer solchen Börse.
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Liebe Grüsse eure Michaela