Exotische Tiere wie Würgeschlangen, giftige Spinnen oder Skorpione sollen nach dem Willen der NRW-CDU nicht mehr privat gehalten werden dürfen. Ausnahmen soll es nur noch für Zoos, Zirkusse und Dompteure geben. Die Einfuhr von Reptilien ist seit 1999 hochgeschnellt.
DÜSSELDORF - Immer mehr Privatleute legen sich exotische Tiere wie Würgeschlangen, giftige Spinnen, Skorpione oder Raubkatzen zu. Nach Schätzungen der Tierschützer werden in deutschen Wohnungen 200 000 Riesen- und 100 000 Würgeschlangen gehalten. Die NRW-CDU fordert deshalb ein Verbot der privaten Haltung von gefährlichen Tieren.
Nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz hat sich die Einfuhr von Reptilien von 1999 bis 2004 um 150 Prozent erhöht. Tierbörsen und -messen haben Hochkonjunktur. Dabei ist der verantwortungslose Umgang mit giftigen Schlangen, Skorpionen, Gift- und Würgeschlangen mit erheblichen Gefahren verbunden - nicht nur für die Besitzer. Den schrecklichen Höhepunkt bildete ein Fall in Wassenberg im Kreis Heinsberg: Hier wurde ein Kind von einem entlaufenen Gepard schwer verletzt. Längst ist es aber kein Einzelfall mehr, dass ein wildes, gefährliches Tier dem Halter entkommt. Immer wieder müssen Menschen nach dem Biss einer Giftschlange oder einer giftigen Spinne in die Klinik.
In einem Antrag für den CDU-Landesparteitag fordert der Kreisverband Coesfeld nach dem Vorbild Schleswig-Holsteins ein Verbot der privaten Haltung von gefährlichen, exotischen Tieren in NRW. Die Antragskommission unterstützt den Antrag. Künftig soll die Haltung nur noch in zoologischen Gärten, Zirkusbetrieben und für Dompteure durch die obere Naturschutzbehörde in NRW zugelassen werden. Heute benötigen private Halter von Giftschlangen nicht einmal einen Sachkundenachweis.
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