Mit wechselhaften Reptilien zum Erfolg - Für seine Firma «Happy Chamäleons» erhält Heiko Reis einen Gründerpreis --Von ddp-Korrespondent Ralph Baue
Für leicht absonderlich gehalten zu werden, ist für Heiko Reis aus dem unterfränkischen Elsenfeld nichts Ungewöhnliches. «Die meisten haben keine Ahnung von Chamäleons und denken, der ist völlig verrückt», sagt der 34-Jährige. Was teilweise nachvollziehbar ist, denn seine Wohnung gleicht einem Tropenhaus: Überall stehen Terrarien, Wasserbrunnen und Zierpflanzen. Und dazwischen bewegen sich die Tiere, die dem früheren Beikoch seit Frühjahr 2007 den Lebensunterhalt sichern: Chamäleons.
Aktuelle Nachrichten - Elsenfeld (ddp-bay). Für leicht absonderlich gehalten zu werden, ist für Heiko Reis aus dem unterfränkischen Elsenfeld nichts Ungewöhnliches. «Die meisten haben keine Ahnung von Chamäleons und denken, der ist völlig verrückt», sagt der 34-Jährige.
Was teilweise nachvollziehbar ist, denn seine Wohnung gleicht einem Tropenhaus: Überall stehen Terrarien, Wasserbrunnen und Zierpflanzen. Und dazwischen bewegen sich die Tiere, die dem früheren Beikoch seit Frühjahr 2007 den Lebensunterhalt sichern: Chamäleons.
«Es ist ein faszinierendes Tier, weil es ganz spezielle Augen hat und auch noch die Farbe verändern kann», beschreibt Reis seine Passion. Die hat er quasi mit aus dem Urlaub gebracht. Denn als 17-Jähriger machte er bei einem Marokko-Trip in einem Basar Bekanntschaft mit den Tieren. «Seitdem habe ich sie nicht mehr hergegeben», erklärt er.
Seine Geschäftsidee «Happy Chamäleon», also das Züchten und Verkaufen der exotischen Tiere sowie der Bau von artgerechten Terrarien, hat ihm jetzt einen Gründerpreis der Handwerkskammer, der Industrie- und Handelskammer, der Agentur für Arbeit und des Einzelhandelsverbandes von Aschaffenburg beschert. «Ich finde es toll, dass ein junger Mann sich solch einer ungewöhnlichen Idee verschreibt und damit auch noch seinen Lebensunterhalt verdient», würdigt Miltenbergs Landrat Roland Schwing das Projekt.
Reis arbeitet mit drei Zoohändlern zusammen, geht auf Märkte und bietet die Tiere via Internet an. «Neulich hatte ich Kunden, die sind neun Stunden gefahren und haben dann ein Teppich-Chamäleon gekauft», erzählt er. Dafür hat er 120 Euro verlangt - die günstigsten Tiere gibt es aber schon für 40, für seltene und ausgewachsene Exemplare können schon mal 400 Euro fällig werden. Momentan züchtet Reis sogenannte Panther-, Jemen-, Teppich- und Erdchamäleons. Pro Wurf schlüpfen 40 bis 60 Jungtiere aus den Eiern, für Nachschub ist also gesorgt.
Rund 100 Tiere leben aktuell in den artgerechten Terrarien und ernähren sich darin von Futtertieren wie Wachsraupen, Heuschrecken, Kakerlaken und Maden. So fiept und zirpt es in der Wohnung rund um die Uhr, und manchmal hört man sogar ein Fauchen. Damit zeigen die in Madagaskar, Sizilien, Spanien, Marokko, Griechenland und auf Hawaii heimischen Chamäleons, wenn ihnen etwas nicht passt. Und mit ihrer Färbung: Je nach Stimmungslage sind die Reptilien entweder hell oder verfärben sich bei Stress oder Erregung dunkel und bekommen Punkte auf der Haut.
Trotz ihrer guten Tarnung ist es für Reis relativ einfach, die Tiere zu finden. «Die gehen dem Licht entgegen, also meistens nach oben», sagt er. Zu seinen täglichen Aufgaben gehört nicht nur, die Miniechsen zu füttern, er besprüht auch die Pflanzen in den Terrarien. Eine zeitraubende Angelegenheit, für die er sieben Freunde anlernen musste, als er das letzte Mal zwei Wochen im Urlaub war. Das war vor zwei Jahren.
Daraus entstand eine weitere Geschäftsidee des Chamäleon-Züchters. «Jetzt möchte ich noch ein Reptilienhotel einrichten, wo Leute die Tiere abgeben können, wenn sie im Urlaub sind», sagt Reis. Dazu wird gerade die Werkstatt im elterlichen Wohnhaus leer geräumt und er selbst schreinert fleißig Terrarien. Wenn alles fertig ist, sollen die Reptilienbesitzer auch via Webcam auf der ganzen Welt sehen können, was ihr Tier gerade so macht.
Die Begeisterung von Reis' Eltern für das ungewöhnliche Geschäft ihres Sprösslings hält sich allerdings in Grenzen. Wenn mal ein Futtertier ausbüxe, schlage es seine Mutter tot und lege es ihm auf die Treppe, verrät er.
(happy-chamäleon.de)
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Liebe Grüsse eure Michaela