Hennef – Meter hoch schlugen am Dienstagabend die Flammen aus dem Dach des Anbaus, der direkt an das Wohnhaus in Wasserheß anschließt. Gleichzeitig hatten die 47 Jahre alte Bewohnerin und ihre beiden Kinder, die draußen im Garten spielten, das Feuer bemerkt. Die Frau alarmierte sofort die Feuerwehr und informierte die Leitstellenbeamten gleich darüber, dass in zahlreichen Räumen des Wohntrakts Tiere untergebracht sind.
Der Löschzug Uckerath traf nur kurze Zeit später an der Altenkirchener Straße ein, denn die Wehrleute hatten Übungsdienst. Durch ihr schnelles Eingreifen konnten sie ein Übergreifen vom Schuppen auf das Haus abwehren. Sie wendeten damit nicht nur größeren Schaden ab, sondern verhinderten vermutlich ein Massentiersterben. In den Terrarien und Glaskästen waren 120 Bartagamen, Leopardengeckos, Königsnattern, Boa constrictors, Baumsteigerfrösche, Warane, Leguane und andere Reptilien untergebracht.
Die Mieterin züchtet die Echsen, Schlangen und Futtertiere. Sie selbst ist asthmakrank, Feuerwehrmänner brachten ein Sauerstoffgerät zu ihr ins Freie. Die 47-Jährige und ihr Nachwuchs im Grundschulalter blieben unverletzt, wurden nur wegen des Verdachts auf eine Rauchgasvergiftung vorsorglich im Rettungswagen von Notarzt und Rettungsdienst behandelt.
Die 102 Einsatzkräfte unter Leitung von Stadtbrandinspektor Heinz-Peter Krämer leiteten sofort massive Löschangriffe von außen und innen ein. Dabei gingen sie gerade im Innenangriff vorsichtig vor, zunächst war unklar, ob sich giftige Schlangen befreit hatten. Der Großteil der Dachpfannen war bereits abgesprungen, das erleichterte den Trupps unter Atemschutz den gezielten Wassereinsatz. Immer wieder loderten im Inneren des Anbaus Flammen auf. Der Rauch jedoch zog nur in geringem Maße in die Wohnräume. Kreisbrandmeister Walter Jonas inspizierte das Haus und berichtete anschließend, dass selbst die Mäuse in den offenen Käfigen noch munter herum liefen.
Nach rund einer Dreiviertelstunde konnte Krämer „Feuer in Gewalt“ melden, die Nachlöscharbeiten mit Löschschaum dauerten eine weitere Stunde. Eine Expertin des Reptilienzoos am Drachenfels in Königswinter wurde von der Feuerwehr Königswinter nach Wasserheß gebracht. Sie begutachtete die durchweg ungiftigen Tiere, die in ihren Terrarien bleiben konnten und nicht umquartiert werden mussten. Vorsichtig schalteten die Wehrleute den Strom wieder an, denn in einem Brutkasten waren Eier zur Zucht von Schlangen untergebracht, die eine gewisse Temperatur und Luftfeuchtigkeit brauchen.
Die Familie kam derweil in der Nachbarschaft unter, vorläufig ist das Haus nicht bewohnbar. Die Altenkirchener Straße, die Bundsstraße 8 blieb für rund zwei Stunden komplett gesperrt. Die Ursache des Brandes ist noch völlig unklar, Brandermittler werden heute Morgen ihre Arbeit aufnehmen. (rvg)
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Liebe Grüsse eure Michaela