Ein letztes Mal durfte einer der seltenen China-Alligatoren am Mittwoch auf der Wiese vor dem Zollkriminalamt in Dellbrück über Kölner Boden kriechen. Dann wurden die vom Aussterben bedrohten Reptilien in Leinensäcke verpackt, vorsichtig in einem Käfig deponiert und in eine Aufzuchtstation nach Saarbrücken gefahren. Vor rund einer Woche waren die Zollfahnder in einer Kölner Zoohandlung auf die Tiere gestoßen. Weltweit soll es nur noch 120 China-Alligatoren geben. Der Zoll ermittelt nun wegen des Verdachts der Steuerhehlerei und Verstoßes gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen gegen den Eigentümer des Reptilien-Ladens und einen niederländischen Großhändler, der in Spanien lebt.
Die beiden Alligatoren sind drei Jahre alt, erst 60 Zentimeter lang und auch aus nächster Nähe noch recht putzig anzuschauen. Dies wird sich in einigen Jahren ändern, denn in ausgewachsenem Stadium erreichen die Reptilien eine Körperlänge von bis zu drei Metern und entwickeln Appetit auf alles, was ihnen zu nah kommt. Den Handel mit den seltenen Tieren hatten die Fahnder durch Zufall aufgedeckt. Ein Informant hatte den entscheidenden Tipp auf die Kölner Reptilien-Handlung gegeben. „Drei Stunden später wären die Tiere verkauft gewesen. Deshalb hatte der Händler sie auch nicht versteckt“, sagte Zollfahnder Bernd Marx.
Immer wieder erleben die Ermittler kuriose Fälle von Tier-Schmuggel. Neulich sind die Fahnder einem Mann auf die Spur gekommen, der Papageien-Eier nach Deutschland bringen wollte. Um den Brutvorgang nicht zu unterbrechen, hatte er sich die Eier unter die Achselhöhlen geklemmt - in der Hoffnung, sie dort schön warm zu halten. Seine etwas seltsame Körperhaltung wurde ihm letztlich zum Verhängnis. (tho)
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Liebe Grüsse eure Michaela