Löhne. Bert hat’s gut. Wenn das Chamäleon seine Ruhe haben will, färbt es sich mal eben dunkelbraun. Eine gute Tarnung, auch im Terrarium. Für Bert ist die Ruhe nun erstmal vorbei. Denn auf dem Löhner Festplatz beginnt die größte Reptilienschau, die die Stadt gesehen hat.
Besucher können mehr als 300 Tiere bestaunen: Vom winzigen, giftigen Skorpion bis zu Emil, der 63-jährigen Riesenschildkröte. Emil? Bert? "Wir geben jedem Tier einen Namen", sagt Fernando Richter, Chef des Reptilienzoos aus dem sächsischen Torgau. Richter und seine Mitarbeiter beeindrucken mit Wissen wie aus dem Lexikon. Zu jedem Tier kennen sie Namen, Alter, Gattung.
Da ist zum Beispiel Elvis. Ein Alligator. Hört sich gefährlich an - ist es aber nicht. Besucher bekommen Elvis, der in einem Becken planschst, hinter der Plexiglasscheibe zu sehen. 2,60 Meter ist Elvis lang. Er wächst noch auf die doppelte Größe. Fernando Richter macht es nichts aus, ganz nah ran zu gehen. Er hievt Elvis sogar auf die Schulter. "Das bin ich gewohnt, seit ich laufen kann", sagt er.
Richter führt den Reptilienzoo in der dritten Generation. Sechs Mitarbeiter hat er mit nach Löhne gebracht - und mehr als zehn große Sattelschlepper. Darin hat sein Unternehmen die Tiere transportiert und das rote Zelt, das an einen Zirkus erinnert. Der Reptilienzoo ist zum ersten Mal in Löhne.
60 Terrarien stehen im Zelt, manche sind beheizt. Tropentiere mögen es warm und feucht - so wie Bert, das Madagaskar-Riesenchamäleon. Ein Strahler hält in seinem Kasten die Luftfeuchtigkeit hoch und sorgt für 27 Grad. Selbst wenn das Terrarium geöffnet ist: Bert springt nicht raus, läuft nicht weg.
Ans Weglaufen gar nicht zu denken ist bei Emil. Die Riesenschildkröte liegt gemächlich auf dem Rasen vor dem Festplatz und kaut. Und kaut. Und kaut. 90 Kilogramm wiegt Emil, das Tier ist 63 Jahre alt. "Diese Schildkröten werden bis zu 120", sagt Fernando Richter. Bei Emils langsamen Bewegungen muss man zweimal hingucken, um zu sehen: Der ist echt - und nicht aus Stein. Abends muss Emil übrigens verlegt werden, er übernachtet im Transporter. Die Löhner Nächte sind im Mai einfach noch zu kalt für eine Riesenschildkröte.
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Liebe Grüsse eure Michaela