Offenbar war es ihnen im Paket zu ungemütlich: Drei Tigerpythons haben sich in der Darmstädter Hauptpost durch den Karton gebissen, in dem sie nach Thüringen verschickt werden sollten. Das Paket für die etwa einen Meter langen Reptilien maß nur 50 mal 38 mal 23 Zentimeter. Jetzt ermittelt die Polizei gegen den Absender der Schlangen, die artgerecht in einem Reptilienhaus untergebracht wurden.
Krokodile, Vogelspinnen und Skorpione: In Privathaushalten in der Region Rhein-Main/Südhessen sind gefährliche Tiere weit verbreitet. Wie das Regierungspräsidium Darmstadt am Freitag bekanntgab, sind 2515 Exemplare von ihnen gemeldet worden. Für sie besteht nun Bestandsschutz. Den Haltern ist allerdings die Zucht ebenso untersagt wie der Kauf eines neuen Tieres.
Seit 9. Oktober vergangenen Jahres ist es in Hessen verboten, gefährliche Tiere einer wildlebenden Art als Hobby zu halten. Daher musste der Bestand bis zum 30. April gemeldet werden. Allein in Südhessen haben 186 Halter diese Möglichkeit genutzt.
Schlangen waren die häufigsten angezeigten Exoten. Unter den 1690 Exemplaren waren 870 Grubenottern, 552 Vipern und 54 Riesenschlangen. Besonders verblüfft war die Leiterin des Artenschutzdezernats beim Regierungspräsidium über fünf Taipane aus Australien: "Wir waren sprachlos, das sind die giftigsten Schlangen der Welt", sagte Gabriele Fillbrandt. Das Gift einer Schlange könne 100 Menschen töten.
Außer den Schlangen wurden auch 473 Vogelspinnen, 38 sonstige Spinnen wie etwa Schwarze Witwen und 119 Skorpione registriert. Damit nicht genug, sind auch 49 Krokodile, 65 Krustenechsen, 13 Pfeilgiftfrösche und 10 Schnapp- und Geierschildkröten angezeigt worden. Privatleute lieben aber noch ganz andere Wildtiere: So stehen zwei Tiger, ein Puma und ein Ozelot auf der Liste.
Im Internet bestellt
Hintergrund der Regelung ist, dass die Bevölkerung, aber auch Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr vor den Tieren geschützt werden sollen. Da die Tiere meist in Terrarien gehalten werden, ahnen Mitbewohner, Vermieter oder Nachbarn oft nicht, was sich da nebenan tummelt. Die Besitzer wissen das mitunter auch nicht so genau, weil sie sich ihren kleinen oder großen Liebling ohne Beratung im Internet bestellt haben.
Wer aus einem anderen Bundesland nach Hessen zieht und seine Giftnatter mitbringen möchte, hat keine Chance: Gefährliche Tiere sind abzugeben. Und wer schon mit einem Exoten in Hessen lebt, der Meldepflicht aber nicht nachgekommen ist, muss mit Bußgeld von bis zu 5000 Euro rechnen.
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Liebe Grüsse eure Michaela