Binnen Millisekunden können Chamäleons optisch mit ihrer Umgebung verschmelzen – wie viel Aufwand sie treiben, hängt vom Feind ab.
Afrikanische Zwergchamäleons passen ihre Tarnstrategie an den jeweils herannahenden Feind an. Die Biologin Devi Stuart-Fox von der australischen Universität Melbourne fand dies bei Experimenten in Südafrika heraus. Dazu konfrontierte sie gefangene, auf Bäumen lebende Chamäleons mit Attrappen von entweder Fiskalwürgern – einer Vogelart, die Kleintiere frisst – oder einer Baumschlange.
Registrieren Chamäleons einen Feind, können sie die Pigmentierung ihrer Haut in Millisekunden so ändern, dass sie optisch vollkommen mit der Umgebung verschmelzen. Stuart-Fox entdeckte nun, dass die Reptilien sogar zwischen verschiedenen Jägern unterscheiden und unterschiedlich großen Aufwand bei der Tarnung betreiben.
Weniger Mühe, bessere Tarnung
Nähert sich eine Schlange, geben Sie sich wesentlich weniger Mühe, sehen sie sich von einem Vogel bedroht, passen sie sich viel besser an die Umgebung an – und reagieren so auf das wesentlich bessere Sehvermögen der Vögel. Bei Bedrohung durch gefiederte Feinde wählen die Chamäleons außerdem dunklere Farbtöne zur Camouflage, weil sich Vögel meist von oben näheren und die Reptilien sich so weniger stark gegen den dunklen Boden abheben.
Kriecht dagegen eine Schlange heran, werden die Chamäleons blasser, weil Schlangen meist von unten attackieren und die Tarnung gegen den hellen Himmel so besser funktioniert. Obwohl sich die Chamäleons bei Schlangen weniger Mühe mit der Täuschung gaben, waren sie vor ihnen besser getarnt als vor Vögeln, da Schlangen schlechter sehen können.
Um zu den Ergebnissen zu gelangen, setzten die Forscher ein Spektrometer ein, mit dem sie die Versuchstiere jeweils vor und nach Erscheinen eines Fressfeindes aufnahmen.
Keine Klapper, keine Wärme
Dass Tiere ihre Verteidigungsstrategie sehr genau dosieren und auswählen, ist unter anderem von kalifornischen Erdhörnchen bekannt. Die Nager können offenbar genau unterscheiden, mit welchem Feind sie es zu tun haben und reagieren entsprechend.
Treffen sie auf eine Klapperschlange, erhöhen sie die Temperatur ihres Schwanzes und wedeln aufgeregt damit herum, um die Schlange zu verwirren. Konfrontiert man sie mit Kiefernnattern, erwärmt sich ihr Schwanz nicht. Das Schuppenmuster dieser Schlangen erinnert zwar entfernt an das von Klapperschlangen, die Art besitzt aber im Gegensatz zu Klapperschlangen kein Sinnesorgan für Wärmestrahlung. Quelle
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Liebe Grüsse eure Michaela