Tierheim-Betreiber fordern Einhaltung von Vereinbarungen, Landesrat Seitinger erteilt Finanzspritze aber Absage. Jetzt droht der Aktive Tierschutz mit "fürchterlichem Ende".
Es waren nur Stofftiere, die rund ein Dutzend steirische Tierheim-Betreiber am Dienstag ins Landhaus mitgebracht haben. Im Gepäck hatten sie aber auch eine Forderung: Nach sieben Monaten intensiver Verhandlungen, in denen Beamte Landesrat Johann Seitingers errechneten, dass Tierheime mehr Geld bräuchten, wollen sie nun Bares. Laut Herbert Oster, Präsident des Aktiven Tierschutzes Steiermark, fehlen allein der Arche Noah 40.000 Euro. "Wir können die Tiere nicht mehr füttern."
Fördergelder. Oster, Präsident des Aktiven Tierschutzes Steiermark, hatte mit Seitinger zuvor unter vier Augen gesprochen. Da platzte dem Politiker offensichtlich der Kragen. Wenig später kündigte er im Gespräch mit der Kleinen Zeitung an, hart durchzugreifen. "2003 erhielt die Arche 268.000 Euro an Fördergeldern, im Vorjahr waren es 760.000. Ich werde jedes Jahr hinauferpresst, so kann man das ruhig sagen", wetterte Seitinger. Und: "In der Steiermark werden zwei Millionen Euro für den Tierschutz ausgegeben. In ganz Österreich sind es aber nur 1,8 Millionen Euro. Da kann doch etwas nicht stimmen." Außerdem sei die Arche Noah seit 2007 ohne Vertrag, "trotzdem zahle ich 250.000 Euro im Quartal, der Tiere wegen." Nun geht Seitinger in die Offensive: "Ich bitte den Rechnungshof um Prüfung der Arche Noah, denn ich frage mich, warum es in anderen Bundesländern billiger ist, Tiere zu füttern."
Billig. Oster reagiert scharf: "Auch in der Türkei ist es billiger. Da lacht ja die ganze Welt. Der Landesrat weiß nicht, was er anrichtet. Wir haben eine Riesenschar hinter uns und unsere Aktionen werden mit jedem Tag schärfer. Das wird ein fürchterliches Ende nehmen. Landesrat Seitinger wird noch ein ganzes Leben lang an uns denken müssen." Ab heute werde es Aktionen geben, "denn wir müssen die Leute bitten, uns zu helfen. Damit kein Tier verhungert." Seitinger: "Ich finde von einer Stunde auf die andere ein Platzerl. Bei uns verhungert kein Tier."
ROBERT PREISkleine-zeitung.at
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Liebe Grüsse eure Michaela