
Eine Spaziergängerin machte in Fulda eine überraschende Entdeckung: Ein 1,5 Meter langer Leguan saß im Gebüsch einer Kleingartenanlage. Die unerschrockene Frau fing ihn und übergab ihn der Polizei. Die Frau endeckte das Tier am Sonntagnachmittag und hielt es nach eigenen Angaben für eine "große Eidechse". Sie warf eine Jacke auf das Tier, trug es zu sich nach Hause und meldete den ungewöhnlichen Fund anschließend der Polizei. Die kam dann – verstärkt durch den Reptilien-Fachmann Detlef Ochs – in die Wohnung der couragierten Spaziergängerin und staunte nicht schlecht: Die "große Eidechse" stellte sich als Leguan, genauer gesagt als Grüner Leguan heraus.
Das Tier, von dem bislang niemand weiß, von wo es stammt und wem es gehört, wurde vorübergehend in der Garage des Reptilien-Experten Ochs untergebracht. "Der Gesundheitszustand ist soweit in Ordnung, er ist nur ein bisschen dünn", sagte Ochs dem hr. Die Frau habe den Leguan vermutlich relativ leicht fangen können, weil der wegen der morgendlichen Kühle noch träge gewesen sei, meinte Ochs.
Grüne Leguane seien generell recht friedlich und würden deshalb häufig in Gefangenschaft gehalten. Dennoch sei der Mut der Frau zu bewundern, sagte Ochs: "Die Tiere können auch recht wehrhaft sein – zum Beispiel durch Schwanzschläge." Außerdem hätte der gefundene Leguan lange Krallen, da es sich bei ihm um eine Baumechse handele.
Da der Besitzer unbekannt ist, erhielt der Minidrachen vorerst den Namen "Johann". Oder auch "Johanna", denn weil das Tier noch nicht geschlechtsreif ist, kann noch nicht festgestellt werden, ob es sich um ein Männchen oder ein Weibchen handelt.
Vermutlich ausgesetzt
Die Polizei hofft, dass sich der Eigentümer des Tieres noch meldet. Die Chancen dafür stehen allerdings schlecht, weiß Ochs aus Erfahrung. Er geht davon aus, dass das Tier ausgesetzt worden ist. "Die Tiere werden in Zoohandlungen oft als 20, 25 Zentimeter große Jungtiere verkauft. Sie werden größer und größer, und dann weiß man nicht mehr, wohin damit", so Ochs.
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Der 1,5-Meter-Leguan wird daher wahrscheinlich in einer Auffangstation für Reptilien landen. Ochs sagte, auf so ein großes Tier sei man dort allerdings nicht vorbereitet. Er wolle daher ein passendes Terrarium bauen.
hr-online