Anlässlich der Reptilienbörse in Hamm am 15. März (laut Veranstalter die weltweit größte Reptilienmesse) weist die Tierrechtsorganisation PETA-Deutschland e.V. darauf hin, dass exotische Tiere im Wohnzimmer nichts zu suchen haben. Deutschland gehöre zu den größten Absatzmärkten für Wildtiere. Auch die Gefahren, die von ausgesetzten oder entlaufenen teils sehr giftigen Tieren ausgehen, nehmen rapide zu und Giftnotzentralen schlagen mittlerweile Alarm. Hessen habe bereits reagiert und im Oktober 2007 ein Gesetz erlassen, das die Haltung gefährlicher exotischer Tiere verbietet. Auch in Schleswig-Holstein gebe es ein ähnliches Verbot. In NRW habe die Landesregierung die Probleme erkannt und antwortet auf eine Kleine Anfrage der BÜNDNISGRÜNEN (Drucksache 14/80) wie folgt: „Problematisch ist meist der Bereich der Haltung von nicht artgeschützten exotischen Tieren. Hier sind häufig unzureichende Sachkenntnis der Halter und schlechte Unterbringung und Pflege der Tiere anzutreffen. Da die Nachfrage in diesem Bereich angestiegen ist, - dies zeigt sich u.a. an der steigenden Anzahl sogenannter Tierbörsen - , hat sich auch der Handel darauf eingestellt und sein Angebot entsprechend erweitert. … Insgesamt beurteilt die Landesregierung die Problematik des Handels mit und der Haltung von exotischen Tieren als kritisch.“
Die Halter solcher Tiere reden von Tierliebe und verursachen Tierleid. Jeder Tierhalter unterstützt den skrupellosen Handel dieser hochempfindlichen Lebewesen, die auch noch per Post vom Händler offiziell verschickt werden dürfen. Viele Reptilien überleben die Strapazen nicht“, so Carola Schmitt von PETA Deutschland e.V. und fordert ein bundesweites Verbot der Haltung von Wildtieren in Privathaushalten und einen Einfuhrstopp von Wildtieren.
Laut Bundesamt für Naturschutz (BfN) steigen die Importzahlen exotischer Tiere rasant an. In den Jahren 1999 bis 2004 wurde bei der Einfuhr von Reptilien eine Steigerung von über 42 Prozent registriert, die nicht zu unterschätzende Dunkelziffer auf Grund illegaler Importe solcher Tiere nicht mitgerechnet, denn durch die europäische Osterweiterung hat sich ein enormer illegaler Tierhandel entwickelt. Auch die Landesregierung in NRW stellte fest, „dass sich der illegale Handel mit unter Artenschutz stehenden Tieren, speziell mit lebenden Papageien und Reptilien in der Vergangenheit auf einem signifikant hohen Niveau bewegt hat.“
Das Schicksal eines für Tierbörsen oder Zoohandel gefangenen oder gezüchteten Reptils ist hart. Tiere wie z.B. grüne Leguane kommen als Massenware zu Hunderttausenden jedes Jahr aus Mittelamerika zu uns, nur um in einem Terrarium eingesperrt, den Rest ihres Lebens in Gefangenschaft zu verbringen. Immer ausgefallener, exotischer, gefährlicher, giftiger soll das Tier sein, kritisiert PETA.
Ein besonderes Schicksal erfahren laut PETA Kaninchen und Meerschweinchen, die als „Frostfutter“ für z.B. Reptilien herhalten müssen. Eine veterinärärztliche Untersuchung der im Internet bestellten „Frosttiere“ bestätigte den Verdacht, dass sie auf strafrechtlich relevante Weise getötet wurden.
m u.g Nachrichten
_________________

Liebe Grüsse eure Michaela