Das ist doch herzlos! Ein Passant hat Alarm geschlagen, als er am Mittwoch um 8.30 Uhr bei einer Altstoffsammelstelle in Vöcklabruck in OÖ ein Terrarium entdeckte, in dem sich ein lebendes Chamäleon befand. Der Stadtpolizist Bernhard Weißenbacher kümmert sich nun um die verwaiste Echse und taufte sie auf den Namen "Bert"."Krone": Das Chamäleon wurde in Ihre Obhut gegeben, weil Sie sich mit den Reptilien gut auskennen.
Bernhard Weißenbacher: Ich habe einen WIFI-Lehrgang über Tierhaltung und Tierschutz absolviert und halte bei mir selbst zu Hause zwei Königspythonschlangen.
"Krone": Sie haben das Chamäleon auf den Namen "Bert" getauft. Wie geht's jetzt mit ihm weiter?
Weißenbacher: Zuerst einmal ist zu überprüfen, ob es sich bei seiner Aussetzung um einen verwaltungsrechtlichen Tatbestand handelt. Und dann muss sich erst herausstellen, ob das Tier überlebensfähig ist. Im Notfall muss es von einem Tierarzt eingeschläfert werden. Ich hätte jedenfalls schon einen guten Platz für ihn in petto.
"Krone": Bert ist ein Pantherchamäleon. Wie viel sind solche Echsen wert?
Weißenbacher: Etwa hundert bis dreihundert Euro. Aber die Haltung ist ganz schön schwierig.
"Krone": Wieso? Genügt die Pflege im Terrarium nicht?
Weißenbacher: Chamäleons sind die Topdisziplin in der Reptilienhaltung. Untertags brauchen sie es 20 bis 30 Grad warm, nachts wollen sie aber nur fünf bis neun Grad plus. Dann brauchen sie die richtigen Kletteräste, damit sie sich nicht verletzten. Und bei den Mahlzeiten müssen die Futterinsekten mit Kalk bestäubt werden, damit das Chamäleon genug Mineralstoffe erhält.
von Christoph Gantner, "OÖ Krone"krone.at