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 Gefährliche Echsen

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klausibarti
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Reptilien: Bartagamen
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BeitragThema: Gefährliche Echsen   Mo 18 Apr - 6:27

Die Schuppen von Echsen erscheinen meist glatt und glänzend. Experten warnen aber vor Salmonellengefahr bei den Tieren. Das Robert-Koch-Institut fand heraus: 90 Prozent aller Reptilien sind infiziert.

Foto: dapd
Schlangen oder Echsen als Haustiere sind beliebt. Jeden Monat gibt es derzeit eine Reptilienbörse im Rhein-Main-Gebiet. Am kommenden Sonntag in Gießen, im Mai in Aschaffenburg, im Juni in Frankfurt. Was die wenigsten Besucher wissen: Für Kleinkinder oder Immungeschwächte kann der Kontakt mit Kornnatter, Leopardgecko oder maurischer Landschildkröte lebensgefährlich werden. So starb Mitte März ein 13-Jähriger in Niederösterreich an einer seltenen Salmonellen-Infektion, die durch die Ausscheidungen eines Warans ausgelöst wurden. „90 Prozent aller Reptilien scheidet Salmonellen aus“, warnt Wolfgang Rasch vom Robert-Koch-Institut (RKI).

Angesichts solcher Zahlen schlägt die hessische Tierschutzbeauftragte, der diese „Flohmärkte“ ohnehin ein Dorn im Auge sind, Alarm: „Kinder haben auf Reptilienbörsen nichts zu suchen“, warnt Madeleine Martin und fordert: Sämtliche dort ausgestellte Tiere müssten auf Salmonellen getestet werden. Zugleich macht sie sich dafür stark, die Kontrollen am Frankfurter Flughafen zu erweitern. Dort werden all jene Tiere registriert, die legal aus Nicht-EU-Ländern eingeführt werden. Knapp 663000 Reptilien waren es im Jahr 2009. „Sie werden nach Seuchenrecht kontrolliert, doch die Salmonellengefahr wird sehr vernachlässigt“, bestätigt Marie-Luise Ludwig, Amtstierärztin und Leiterin der Tierstation. Auch sie sieht darin ein Problem.
Großes Ansteckungsrisiko

Reptilien rufen keine Allergien hervor, müssen nicht Gassi gehen und eine Schlange übersteht sogar ungefüttert einen sechswöchigen Urlaub ihrer Besitzer, sagt Rabsch: „Sie stinken nicht, sind faszinierend und derzeit im Trend.“ Doch sie in einem Haushalt mit Kleinkind zu halten sei unverantwortlich. Wenn etwa eine Schlange durch das Terrarium krieche, verteilten sich die im Kot befindlichen Salmonellen auf dem gesamten Körper. „Man fasst das Tier an, streicht sich mit der kontaminierten Hand an die Nase oder den Mund, küsst sein Baby.“ Und schon sei das Kind infiziert.

Zwei bis drei solcher Befunde landen inzwischen pro Woche beim RKI. In elf Fällen konnte der Verdacht nachgewiesen werden – weil die Tierhalter kooperierten und eine Untersuchung des Reptils erlaubten. Bartagame, Kornnatter, mal ein Chamäleon – nach Abstrichen wurden sie als Verursacher ausgemacht. Bei den Salmonellen handelt es sich nicht um die hiesigen, die im Hochsommer Kartoffelsalat mit Mayonnaise oder rohes Hackfleisch verderben. „Das sind oft Raritäten, Exoten.“ Auch der Wissenschaftler setzt an der Wurzel an, fordert schärfere Einfuhrkontrollen. „Tiere, die ins Land kommen müssen salmonellenfrei sein.“
In Frankfurter Gesundheitsamt ist bislang kein Infektionsfall bekannt. Was nichts heißen müsse, wie Oswald Bellinger von der Abteilung Infektiologie klarstellt: „Die Dunkelziffer ist hoch.“ Meist seien die von den Salmonellen hervorgerufenen Symptome auch relativ harmlos. „Nur in Einzelfällen werden Menschen schwer krank.“ Doch auch er rät davon ab, Reptilien in Haushalten mit Kleinkindern zu halten. Begrüßen würde er eine Aufklärungskampagne oder den Tierhandel dazu zu verpflichten, den Kunden Hygieneregeln mitzugeben.

Fünf solche Einzelfälle beschrieb der Arzt Wolfgang Kunz in einem Aufsatz in einer Fachzeitschrift für Kinder- und Jugendmedizin. Dort erwähnt er unter anderem einen Vierjährigen, der an einem schlimmem Durchfall erkrankte, der von Salmonellen verursacht wurde. Er hatte sich an einer Bartagame infiziert, die reptilienzüchtende Eltern dem Kindergarten geschenkt hatten. Kunz: „Die Kinder hätten das Tier nicht streicheln oder in anderer Weise mit ihm spielen dürfen.“Quelle
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