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 Tricksen, täuschen, tarnen - der Angeber mit der blauen Zung

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klausibarti
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BeitragThema: Tricksen, täuschen, tarnen - der Angeber mit der blauen Zung   Mi 30 März - 9:43

Blauzungenskinke gehören zu der zahlenmäßig artenreichsten Echsenfamilie der Erde, den Skinken. Und ihr Name ist Programm.

Zeigt ihr Namensmerkmal nur zu gerne: Blauzungenskink Tili
Foto: Tierpark Hagenbeck

Was haben Blauzungenskinke und Giraffen gemeinsam? Blauzungen- wer ? Blauzungenskinke gehören zu der zahlenmäßig artenreichsten Echsenfamilie der Erde, den Skinken - wenn Ihnen das weiterhilft. Und noch ein Tipp: Der lange Hals ist es nicht ... Bevor es zu spannend wird, schnell die Aufklärung, die Sie bei einem Wettstreit um das unnötigste Wissen der Welt ganz weit nach vorn bringen wird: Giraffen und Blauzungenskinke haben beide eine blaue Zunge.
Somit ist zumindest Tilis Name Programm. Die Blauzungenskink-Dame ist eins von vier Tieren ihrer Art im Tierpark Hagenbeck. Sie teilt sich im Tropen-Aquarium ein sandiges Gehege mit ihren Verwandten, den Dornschwanzskinken, und den Bartagamen, allesamt australische Reptilien. "Der Blauzungenskink ist die größte der drei Arten - und die verfressenste", sagt Florian Ploetz. Der Tierpfleger geht davon aus, dass es sich bei den Hamburger Blauzungenskinken um zwei Männchen und zwei Weibchen handelt. "Zumindest über ein Pärchen haben wir Klarheit, denn bei den beiden haben wir bereits Paarungen beobachtet."

Also könnte es sein, dass Tili Nachwuchs erwartet - doch da die Tragzeit bei Blauzungenskinken 150 Tage beträgt, müssen sich die Tierpfleger noch ein wenig in Geduld üben. Ein Gelege muss das Reptil in der Zwischenzeit nicht bewachen: Blauzungenskinke sind lebendgebärend und bringen pro Wurf fünf bis 25 Jungtiere zur Welt.

Trocken, wenig Pflanzen und möglichst warm - so mag es Tiliqua scincoides, der Blauzungenskink. Obwohl, so richtig wählerisch sieht anders aus: Auch in Waldgebieten trifft man die bis zu 55 Zentimeter langen Tiere (davon sind 15 Zentimeter Schwanz) in Australien an. Und auch vor Gärten machen sie nicht halt, sehr zum Missfallen vieler Australier. Denn die Allesfresser machen sich neben Schnecken und Spinnen (brav!) leider auch über frisch gepflanzte Gartenbeete her (pfui!).

Bei Hagenbeck gibt es deshalb eine bunte Futtermischung für die Reptilien, die in der Natur auch an Aas gehen, wie Ploetz sagt. "Wir geben ihnen an vier Tagen in der Woche Salat und an drei Tagen Insekten. Dazu bekommen sie einmal wöchentlich etwas Katzenfutter." Ploetz, eigentlich ein ausgemachter Reptilien-Liebhaber, gibt offen zu, dass er die Blauzungenskinke "recht langweilig" findet: "Eigentlich kommen sie nur beim Fressen etwas in Fahrt; sie sind ja sonst eher nicht so die Flitzer. Dann allerdings müssen wir aufpassen, dass die anderen Arten auch noch etwas abbekommen."
Beim Fressen sieht man zumindest das namensgebende Merkmal der Tiere, die blaue Zunge, besonders gut. "Die schrille Farbe der Zunge soll eine Giftigkeit vortäuschen, doch die Tiere sind nicht giftig", sagt Florian Ploetz. Im Gegenteil. Durch ihr recht lethargisches und anspruchsloses Wesen sind Blauzungenskinke auch als "Anfängerechsen" in Reptilienzuchtkreisen bekannt.

Tili und ihre Artgenossen stört das wenig. Solange die Wärmestrahler im Gehege ordentlich laufen (Ploetz: "30 Grad sind da locker drunter") und eine Wellblechstruktur eine gute Versteckmöglichkeit für ein kleines Nickerchen bietet, ist die Welt des Blauzungenskink-Weibchens in Ordnung. Auf den ersten Blick können die Tierpfleger Tili von den anderen drei Tieren übrigens nicht unterschieden: Bei beiden Geschlechtern ist die schuppige Haut gleichsam mit grauen und braunen Querbändern verziert, und die Männchen sind auch nur einen Hauch kräftiger gebaut als ihre Gefährtinnen. Ausgewachsen sind alle vier Tiere außerdem gleich groß.

Vielleicht, wenn sie streitlustiger wären oder Greifvögel mit im Gehege hätten (was nicht passieren wird, versprochen), gäbe es ein gutes, natürliches Unterscheidungsmerkmal: Blauzungenskinke können nämlich, wie viele Reptilien, bei Gefahr ihren Schwanz abwerfen. Der wächst zwar relativ schnell wieder nach, jedoch nicht mehr ganz so kräftig wie ursprünglich. Und wenn wir schon bei unnützem Wissen waren, kann an dieser Stelle mit einem Irrtum aufgeräumt werden, der definitiv nur im Reich von Science-Fiction etwas zu suchen hat: Aus dem abgetrennten Schwanz wächst keine neue Echse nach.

Für die Vermehrung der Blauzungenskinke muss Tili schon auf traditionellem Wege sorgen.
Quelle
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Tricksen, täuschen, tarnen - der Angeber mit der blauen Zung

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