Tierschützer machen jetzt gegen Verkaufsbörsen mobil. Sie sprechen von Quälerei, wollen diese Veranstaltungen verbieten lassen. Bundesweit, so schätzen die Experten von Pro Wildlife und dem Deutschen Tierschutzbund, machen Tierhändler auf solchen Börsen jährliche Umsätze in Höhe von zweistelligen Millionenbeträgen. Vernachlässigt werden dabei allerdings die Bedürfnisse von Schildkröte, Schlange, Laubfrosch und Co.
„Wir haben in diesem Jahr 32 Tierbörsen in acht Bundesländern unter die Lupe genommen. Teilweise mit erschreckenden Ergebnissen“, berichtet Diplom-Biologin Dr. Sandra Altherr, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Pro Wildlife. Auch in Berlin waren die Tierschützer unterwegs, sahen sich auf der Terraristika um, die im März stattfand.
„Große Schlangen in zu kleinen Behältnissen. Nachtaktive Tiere, wie Igel, die immer wieder angefasst und dadurch im Schlaf gestört wurden, oder Bartagamen, in deren Transportbox die nötige Wärmelampe fehlte. Das sind schlimme Zustände. Das ist Tierquälerei“, kritisiert Sandra Altherr und fordert: „Tierbörsen müssen verboten werden.“
Dafür spricht sich auch der Berliner Landestierschutzbeauftragte, Dr. Klaus Lüdcke, aus: „Tierbörsen verkommen immer mehr zu Flohmärkten, auf denen Tiere unter unsäglichen Bedingungen an den Kunden gebracht werden. Das muss aufhören.“
Pro Wildlife und der Deutsche Tierschutzbund drängen jetzt bei Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) auf eine gesetzliche Regelung des Tierbörsenverbots.
Wasseragame: Box eng. Kein Versteck. Braucht eigentlich feuchten Untergrund

Pantherschildkröte: Offene Box. Extremer Stress durch häufiges Hochheben

Leopardgecko: Keinerlei Möglichkeit, sich zu verstecken. Eigentlich ein nachtaktives Tier

Königspython: Viel zu kleine Box für das große Tier, keine Möglichkeit zu klettern

Text und Bilder v. B.Z.