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 Ein Heim für Echsen

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klausibarti
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BeitragThema: Ein Heim für Echsen   Sa 26 Jun - 18:49


Mutig halten Naturführer Martin Maschka und Andrea und Frank Eikmeier Zauneidechsen in den Händen. Andrea und Frank Eikmeier beteiligen sich mit ihrem rund 3000 Quadratmeter großem Garten am Eidechsenprojekt der Naturführer.


Hattingen. Andrea und Frank Eikmeier bieten den Reptilien ihren Garten als Zuhause: Sie sind Paten im Lacerta-Projekt der Naturführer.

Die Abend-Sonne scheint auf den Hang, Erika-Pflanzen wachsen dort, bedecken den Boden. Steine liegen zwischen den Blumen, es gibt Stellen, worauf die Sonne strahlt und welche, die im Schatten liegen. Diese Idylle ist ein schöner Garten. „Es ist ein ideales Gebiet für Eidechsen, sie finden hier Insekten als Nahrung. Sie können sich hier verstecken oder auch mal auf einem Stein sonnen. Der Garten ist gepflegt, nicht verwuchert“, sagt Naturführer Martin Maschka. Er hat das Projekt Lacerta 2010 gestartet, um Eidechsen zu retten, ihnen Lebensräume zu bieten und sie zu erhalten. Denn ihr Bestand sei bedroht im Ennepe-Ruhr-Kreis, erläutert er.

Der Garten gehört Andrea und Frank Eikmeier. Das Ehepaar hat sich bei Maschka gemeldet, als sie von dem Projekt in der Hattinger Zeitung gelesen hatten. Maschka sucht Gärten und Familien als Paten für die Reptilien. Bei den Eikmeiers hat er sogar einen Bestand von Zauneidechsen gefunden – 50 Tiere, darunter elf Pärchen. Anders als bei den anderen fünf Familien, wo er keine Echsen fand.

„Ich bin ein Tierfreak“, sagt Andrea Eikmeier zum Grund sich bei Maschka zu melden. So liegen zwei Hunde auf der Terrasse und drei Katzen haben die Eikmeiers – eine davon schlummert auf dem Autodach. Nun also noch Echsen. Als sie den Garten vor drei Jahren angelegt haben, hätten sie nicht sofort Echsen bemerkt. Erst im letzten Jahr hat sich das geändert. „Ständig habe ich Tiere gesehen“, sagt sie. Heute huschen sie schnell unter die Erika-Pflanzen, wenn sie nicht gerade auf einem Stein ruhen. „Sie lieben sonnenexponierte Stellen.“

Mit Maschka haben sie den Garten für die Echsen optimiert, wobei viele Voraussetzungen schon geben waren, dass sich die Tiere ansiedeln: lockerer Boden für Brutplätze, Bruchsteinmauer zum verstecken, keine Brombeersträucher. Im oberen Bereich des Gartens haben die Eikmeiers Martin Maschka machen lassen. Er hat den Boden von Sträuchern befreit und Steine und Holz dort hingelegt, so dass sich die Echsen wohlfühlen. Brutplätze anlegen könne man wie bei einem Ameisenhügel mit einem Drahtdach, erklärt der Projektleiter von Lacerta. „Wir mähen hier auch nicht“, sagt Andrea Eikmeier. Und düngen kommt auch nicht in Frage. Sie beschäftige sich seit dem Fund der Eidechsen mehr mit den Tieren, beobachte sie, wenn sie im Garten arbeite. Auch Blindschleichen und Kröten gebe es bei ihnen. Zudem hält das Ehepaar regen Kontakt zu Naturführer Maschka. „Ich kann mir auch vorstellen Exkursionen in den Garten anzubieten, um anderen Menschen zu zeigen, wie man eine Bruchsteinmauer anlegt“, sagt Andrea Eikmeier.

Martin Maschka gibt einen Tipp für die, die den Echsen helfen wollen: „Ein einzelner Stein reicht auch schon in der Wiese.“ Generell sei gezieltes Ansiedeln schwierig. Man könne Plätze bauen und diese vernetzen, so dass sich die Eidechsen ansiedeln – ohne dass Menschen sie dort hinbringen.

Was die Eidechsen bei den Eikmeiers betreffe, sei es ein Anfang, meint Maschka. Ein Anfang, die Tiere zu schützen und ihren Bestand wieder zu erhöhen. Es gebe einfach zu wenig Plätze, sagt er. Viele Bahntrassen seien zugewachsen. Dies verhindere, dass die Tiere wandern und sich verbreiten. „Aber von alleine passiert nichts.“

Lacerta 2010 – Kartieren, Erfassen, Schützen

Mit dem Projekt will Naturführer Martin Maschka die Population der Eidechsen erfassen, deren Gebiete kartieren und daraus Maßnahmen zum Schutz der Tiere bilden. Daran teil nehmen Förster, Untere Landschaftsbehörde und Biologische Station. Und die Paten, die helfen wollen, in ihrem Garten, einer Hecke oder am Waldrand einen Lebensraum für Echsen zu schaffen. Sechs Paten haben sich gemeldet, weitere sind willkommen. Weitere Infos unter: s 90 43 80 oder im Internet unter: www.dienaturfuehrer.de.
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