DAS Reptilium Fast 1 000 Tiere sind im größten Reptilienzoo Deutschlands in Landau
Es war schon immer die Eleganz und die Farbenprächtigkeit, die Uwe Wünstel an Reptilien fasziniert hat. Und nicht nur das: „Auch die Unabhängigkeit gefällt mir. Denn im Gegensatz zu Hunden oder Katzen kommen Reptilien sehr lange ohne Futterversorgung aus.“ Im Jahr 2004 konnte sich Wünstel gemeinsam mit seiner Frau Nadine schließlich den großen Traum erfüllen. Aus dem privaten Minizoo mit mehreren Leguanen, Bartagamen, Nattern, Pythons, Kaimanen und diversen anderen Tieren entstand im Gewerbegebiet Guldengewann beim Landauer Messegelände das „Reptilium“.
„Mit inzwischen 125 verschiedenen Reptilien- und Amphibienarten und knapp 1 000 Tieren sind wir mit Abstand der größte Reptilienzoo in Deutschland, wahrscheinlich sogar in Europa“, berichtet Uwe Wünstel stolz. Täglich von 10 bis 18 Uhr können die tag- oder nachtaktiven Tieren in 30 Großterrarien und 20 Kleinterrarien auf 2 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche betrachtet werden.
Dabei bietet das Reptilium seinen Besuchern ein intensives Erleben der interessanten und außergewöhnlichen Welt der Reptilien und Amphibien an. Eine ganz besondere Attraktion ist der direkte Kontakt zu den hier lebenden Tieren. Bei zoologischen Führungen kann das Verhalten der Tierarten beobachtet werden. Zusätzlich gibt es Informationen über deren Lebensweise, Fortpflanzung und Ernährung. „Unser Angebot ist zwar für alle Altersklassen interessant, aber unser Schwerpunkt liegt bei Kindern zwischen fünf und zehn Jahren.“ Stündlich können die kleinen Tierfans nämlich bei Fütterungen zuschauen. „Manchmal dürfen die Kids auch ausgewählte Tiere wie Spinnen oder Schlange anfassen oder sie unter der Anleitung eines Tierpflegers füttern“, berichtet Wünstel.
Eine ganz besondere Form der Fütterung wird einmal im Monat, jeweils am ersten Donnerstag angeboten: „Dann haben wir bis 22 Uhr geöffnet und ab 20 Uhr füttern wir unsere Riesenschlangen (Madagaskar Boa, Boa constrictor, Gelbe Anakonda oder Tigerpython) mit Kaninchen und Meerschweinchen.“
Für die Aufzucht der Reptilien- und Amphibiennachzuchten gibt es im Reptilium eine Brut- und Aufzuchtstation. Mit etwas Glück können hier auch manche Jungtiere beim Schlupf beobachtet werden. Weitere Stationen sind die Urwaldhütte und das Nachthaus. Im Nacht-haus für Reptilien sind bei nachtblauem Licht verschiedene Reptilien- und Amphibienarten zu betrachten. In der Terrarienhalle sind bei tropischen Temperaturen die verschiedensten Reptilienarten aus Amerika, Afrika, Asien und Australien und Europa zu finden.
Die Tiere sind in den Terrarien „vergesellschaftete“, das heißt, dass Tiere aus ähnlichen Lebensräumen zusammenleben. Hinzu kommt ein 60 Quadratmeter großes Krokodilbecken. Die Wüstenhalle, die neben meterhohen Palmen und Tierfilmvorführungen auch einen exotischen Gastronomiebereich bietet, kann außerhalb der Öffnungszeiten auch für private Feiern genutzt werden.
Von Sylvia Rathjen
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