Viele deutsche und ausländische Reptilien-Fans hatten sich auf den 1. Mai ganz besonders gefreut. Denn am vergangenen Wochenende hätte in der Philipshalle eine große Terraristik-Messe stattfinden sollen. Daraus wurde nichts.
"Düsseldorf wollte die Messe um jeden Preis verhindern", klagt der Bielefelder Veranstalter Lutz Obelgönner, der in der Vergangenheit bereits mehrere solcher Messen beispielsweise in Gütersloh und Rheda-Wiedenbrück ausgerichtet hat.
Bereits im November hatte Obelgönner einen Antrag auf Erlaubnis seiner "Breeder's Expo" beim Ordnungsamt gestellt. Das Amt verweigerte ihm aber die Genehmigung. "Wir hatten Kontakt zum Veterinäramt in Gütersloh aufgenommen und uns Bilder von solchen Messen im Internet angesehen", erklärt Klaus Meyer vom Amt für Verbraucherschutz. Das Amt kam zum Schluss, dass es bei den vorangegangenen Veranstaltungen zu Verstößen gegen Tierschutzbestimmungen gekommen sei.
Obelgönner zog vor das Düsseldorfer Verwaltungsgericht – und bekam Recht. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Obelgönners Reptilien-Messen ordnungsgemäß abgelaufen sind. Der selbständige PR-Berater aus Bielefeld hat sich also nichts zu Schulden kommen lassen. Nach dem Beschluss erteilte schließlich das Ordnungsamt die Erlaubnis – allerdings mit einer satten Auflagenliste, die sich nach Angaben von Meyer an Empfehlungen des Bundes orientiert.
Doch Obelgönner ist darüber erst richtig wütend: "Die Auflagen sind praxisfern und widersprechen sich teilweise." Seine Meinung teilt ausgerechnet jene Veterinärin, die an den Bundesempfehlungen mitgearbeitet und die Auseinandersetzung fachlich begleitet hat.
"Einige der Auflagen sind unüblich", bestätigt die Tierärztin, die jedoch nicht namentlich genannt werden möchte: "Damit hat Düsseldorf den Messe-Termin verschleppen wollen." Denn Obelgönner blieb keine Zeit, um rechtlich gegen die Auflagen vorzugehen und keine andere Wahl, als die Veranstaltung mit erwarteten 4000 Besuchern abzusagen. Sein Schaden: sechs Monate Arbeit umsonst und Unkosten von 10 000 Euro.
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