Spaziergänger runzeln die Stirn: Am Achalmgipfel wird der junge Wald gerodet. Büsche und Hecken müssen weichen, auch aus einigen Bäumen haben Motorsäge und Axt Kleinholz gemacht. Einen Kahlschlag im Wald wird es jedoch nicht geben, beschwichtigen die Naturschutzstellen von Stadt und Kreis. Der Schnitt dient vielmehr der Landschaftspflege und der Erhaltung bedrohter Arten.
Bereits im Herbst haben Forstleute am Südhang die Vegetation unterhalb der Gipfelbewaldung zurückgeschnitten. Die gekappten Äste liegen zur Abfuhr bereit, ebenso in Scheite zersägte Stämme. Im Südosten, wo der Weg zum Gipfel abwinkelt und der Pfad zur keltischen Siedlung Rappenplatz geradeaus weiterführt, ist der Landschaftspflegetrupp des städtischen Umweltbildungszentrums Listhof noch an der Arbeit. Die Männer wollen die letzten Tage nutzen, bevor die Vegetationsperiode beginnt und die Vögel ihre Nester im Gebüsch beziehen. Dann ist die Zeit für Eingriffe in die Natur vorbei, betont Günter Neuhäuser vom Umweltreferat des Rathauses.
Die Auslichtung verfolgt mehrere Ziele. Zum einen fällt, wenn das Gebüsch gerodet ist, am Südhang der Achalm mehr Sonne auf die Trockenrasen, sodass bestimmte Pflanzen - darunter Orchideen - ihren Standort halten können, der von Schatten gefährdet würde,erklärt Günter Neuhäuser.
Ausgleichsmaßnahmen
Zum Zweiten sind sonnige Halden ein beliebter Lebensraum für bedrohte Tierarten. Beispielsweise für die Zauneidechse, ergänzt Herbert Binsch vom Landratsamt. Reptilien lieben warme, trockene Hänge, weiß Neuhäuser. Blindschleichen (verwandt mit den Eidechsen, auch wenn sie keine Beine haben) gehören dazu und die heimischen Schlangen, allen voran die Ringelnatter. Quelle