Die Bartagame ist Österreichs beliebtestes Heimreptil. Ganz leicht ist deren Haltung allerdings nicht.
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KATHRIN SILLER
Innsbruck - Sie sind weder kuschelig wie Zwergkaninchen noch sozial wie Golden Retriever. Und trotzdem haben sie sich zu Österreichs liebsten Hausreptilien gemausert: die Bartagamen. Die Echsengattung der Bartagamen stammt ursprünglich aus den Trockengebieten Australiens. Die österreichische Haustierversion ist lediglich eine Nachzüchtung.
„Ihren Namen haben die Bartagamen ihren stachelartigen Strukturen zu verdanken, die den Hals hinaufwachsen und aussehen wie ein Vollbart", erklärt Anton Weissenbacher, Leiter des Aquarien-Terrarien-Hauses im Schönbrunner Tiergarten. Dort werden immer wieder Bartagamen-Workshops angeboten, denn: „Bartagamen sind trendig. Viele Halter informieren sich allerdings ungenügend, kennen sich nicht aus und sind dann frustriert, wenn sich die Tiere anders entwickeln als erwartet", kritisiert Weissenbacher.
Anschaffung ist nicht billig
Dabei sind die Hausdrachen relativ robust und genügsam. Ein gesundes Tier kostet etwa 100 Euro, die Ausstattung 400 bis 600 Euro. „Beim Terrarium macht Sparen wenig Sinn. Bereits einem Jungtier sollte ein mindestens ein mal ein Meter großes Zuhause geschaffen werden, in dem es auch als Ausgewachsenes leben kann. Meistens wird ihnen aber nicht einmal ein Drittel dieses Platzes geboten", weiß Weissenbacher.
Auch den Pflegeaufwand sollten Halter nicht unterschätzen: Das Terrarium muss regelmäßig gereinigt und frisches Wasser nachgefüllt werden. Zum Fressen gibt es Grünfutter sowie lebende Insekten, z.B. Heuschrecken, die mit Mineralien bestäubt werden. Denn diese brauchen die Tiere für den Knochenaufbau. Ein Mangel kann zu Rachitis führen. Zurücklehnen können sich Halter im Winter: Zwei bis drei Monate lang sollte das Tier bei 15 Grad ruhen und nur zu trinken bekommen.
Typischer Einzelgänger
Auch wenn die Tiere häufig übereinander liegen, sozial sind sie nicht. „Meistens drängen sie sich halt alle unter die Wärmelampe, was Stress bedeutet. Halten sollte man sie lieber alleine", so der Experte.
Werden die Bartagamen richtig gepflegt, machen sie viel Freude. „Agamen haben eine nette Körpersprache", schwärmt Weissenbacher. „Sie schütteln ihren Kopf, heben die Beinchen, da passiert mehr als bei allen anderen Reptilien." Streicheleinheiten dürfen sich Halter aber sparen. Bartagamen beißen zwar nicht und fauchen nur äußerst selten, aber sie reagieren schnell gestresst. Für Kinder sind sie nur bedingt geeignet. Wer sich eine Bartagame anschafft, sollte wissen: Sie kann bis zu 15 Jahre alt werden.
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