Egerkingen Der Naturschutzverein hat das Gebiet Holzbünten aufgewertet
Normalerweise herrscht in einem Naturschutzgebiet Ruhe und Beschaulichkeit. Kürzlich aber waren während zweier Tage ganz andere Geräusche aus dem Naturschutzgebiet Holzbünten des Naturschutzvereins Egerkingen zu vernehmen: Das Kreischen von Motorsägen übertönte sogar den Dauerlärm der nahen Autobahn. Was war da los? Warum wurde so massiv geholzt?
daniel peier
Zwischen dem Kantonalen Amt für Raumplanung und dem Naturschutzverein Egerkingen (NVE) besteht seit etlichen Jahren eine Pflegevereinbarung für das Naturschutzgebiet Holzbünten am östlichen Rand von Egerkingen. In dieser Vereinbarung wird nebst anderem festgehalten, welche Flächen des Naturschutzgebiets in welcher Form gepflegt werden sollen.
Innerhalb des Naturschutzgebiets befindet sich eine Wiese, deren botanischer Reichtum ausserordentlich ist. Die Wiese ist Teil des Bundesinventars für Trockenwiesen und Trockenweiden und eine Vereinbarungsfläche des Kantonalen Mehrjahresprogramms Natur und Landschaft. Um die Sonneneinstrahlung zu erhöhen und die Lebensgrundlagen der Pflanzen zu verbessern wurde nun in Absprache mit dem zuständigen Amt in Solothurn und dem Bewirtschafter der Blumenwiese, der erwähnte Holzschlag in Angriff genommen. Der Waldzipfel, welcher sich südlich der Wiese befindet, wurde stark ausgelichtet. Besonders drei sehr grosse Buchen und etliche Ahornbäume beschatteten die Wiese stark und bedrängten zudem auch die ökologisch besonders wertvollen Eichen in ihrer Nachbarschaft. Die Eichen werden gezielt gefördert, weil sie der bevorzugte Lebensraum des seltenen Mittelspechtes sind.
Durch den in Zukunft verstärkten Lichteinfall werden sich auch die Bedingungen für die Blütenpflanzen innerhalb des bearbeiteten Waldzipfels verbessern. Auch ein praktisch zugewachsener Lesesteinhaufen wird nun vermehrt von der Sonne beschienen und bietet Insekten und Reptilien wieder eine Wärmeinsel innerhalb des Waldes.
Astmaterial wird abgebaut
Nachdem die Holzerequipe der Firma Salvi aus Kestenholz ihre Arbeit getan hatte, traten zwei Wochen später die Aktivmitglieder des Naturschutzvereins Egerkingen auf den Plan. Die Äste der gefällten Bäume wurden zersägt, als Brennholz nach Hause transportiert oder in Form von Asthaufen am Waldrand deponiert. Diese Asthaufen werden vielen Tieren als Unterschlupf und Nahrungsstätte dienen. Innerhalb des Waldes liess man die Äste liegen, anstatt sie aufzuschichten. Das Astmaterial wird auch so mit der Zeit von Mikroorganismen abgebaut werden und verrotten.
Insgesamt 17 Mitglieder des Naturschutzvereins Egerkingen waren mit Freude und grossem Einsatz bei der Sache. Anlässlich eines zweiten Arbeitstages im März werden von den Egerkinger Naturschützern im Naturschutzgebiet Holzbünten weitere Arbeiten in Angriff genommen.www.oltnertagblatt.ch
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Liebe Grüsse eure Michaela