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 Reptilien sind keine Kuscheltiere

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Bearded Dragons
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BeitragThema: Reptilien sind keine Kuscheltiere   Do 1 Jan - 19:43

Im neuen Jahr wird der dann 18-jährige Klever Martin Knezevic ein Reptilien-Fachgeschäft führen.

Auf den ersten Blick sieht der 17-jährige Martin Knezevic nicht unbedingt wie ein erfahrener Halter von Tigerpython und Co. aus. Aber das täuscht. Spätestens beim Umgang mit einer kleinen Würgeschlange, die er für ein Foto aus ihrem Terrarium geholt hat, beweist er Gefühl für Reptilien. Beim Handling mit dem Schlangenhaken bleibt er ruhig, die Würgeschlange ebenfalls. „Sie zickt sonst ziemlich”, erklärt er im Gespräch mit der NRZ. Ist auch kein Wunder, entschuldigt er das Tier. Schließlich ist so ein Geschäftsumzug ziemlich stressig. Und Stress mag „Zicke” nicht. Da muss sie aber jetzt durch.

Denn gemeinsam mit anderen Echsen, Schlangen, Mäusen und Co. ist sie nun im Eckgeschäft, Großer Markt 19, in Kleve zu Hause. Und ab März, wenn Martin Knezevic volljährig ist und er seine Sachkundeprüfung nach § 11 Tierschutzgesetz für den gewerblichen Handel mit Tieren/Reptilien abgelegt hat, wird er Inhaber des Geschäfts „Terra-Vision” werden.

Denn der Teenager übernimmt im März das Terraristik-Fachgeschäft eines Freundes, der es zuvor unter dem Namen „Terra-Niederrhein” am Spoyufer 1 in Kleve geführt hat. Und mit dann 18 Jahren scheint er nicht zu jung zu sein, um Reptilienfreunde fachkundig zu beraten. Schließlich hat er Erfahrung. „Es fing mit einem Aquarium an, dann kamen die Schlangen”, erinnert er sich. Ihn faszinierte erst das Mystische, Geheimnisvolle an Schlangen und Echsen. Dann faszinierte ihn die Lebensweise, der Lebensraum der Tiere. Artenschutz ist für ihn ein großes Thema: „Wildfänge kommen nicht in Frage.”

In Fachgeschäften war er als Aushilfe/Praktikant gern gesehen. Als sich nun – nach Schulabschluss mit der Fachoberschulreife – die Chance bot, das Geschäft des Freundes zu übernehmen, der ausgewandert ist, hat er „zugeschlagen”. Seine Familie – Eltern und zwei ältere Geschwister – unterstützen ihn. Angst vor Schlangen und Co. hat dort niemand.

Martin Knezevic weiß, dass er eine gute Chance hat, mit dem Geschäft eine eigene Existenz aufzubauen. „Terraristik boomt, Reptilienfreunde gibt's immer mehr.” Das Terra-Vision wird auch von Stammkunden leben, die Zubehör und Futtertiere brauchen. Letzteres verursacht Nagetier- und Insektenfans Bauchschmerzen - aber die meisten Reptilien brauchen Lebendfutter. Deswegen gibt's das auch am Großen Markt zu kaufen. Wie gesagt – das Geschäft mit Reptilien, Zubehör und Co. boomt.

Aber, so bedauert der junge Mann, es gibt Schattenseiten in seinem Metier. „Rund 65 Prozent der Reptilienhalter informieren sich nicht genügend über die Grundbedürfnisse ihrer Tiere, halten sie nicht artgerecht. Oft müssen Riesenschlangen oder Großechsen als Statussymbole herhalten.”

Reptilien sind keine Kuscheltiere. „Hier möchte ich im Terra-Vision einen klaren Kontrapunkt setzen”, betont Knezevic. Soll heißen: Der 17-Jährige möchte beraten, artgerechte Haltung durchsetzen und über Kosten aufklären. Apropos Kosten: So eine junge Kornnatter kostet 30 Euro, ein ausgewachsener Tigerpython bringt's da schon auf bis zu 25 000 Euro. Zumindest, wenn es noch eine der raren Farbmutationen ist. Genau da liegt die Leidenschaft des 17-Jährigen. „Darauf möchte ich mich nach und nach spezialisieren.”

Die Geschäftseröffnung Terra-Vision, Großer Markt 19, ist passend zum Neujahrsstart am kommenden Montag, 5. Januar, 12 bis 19 Uhr. Das sind auch die künftigen Öffnungszeiten des Terraristik-Fachgeschäftes von montags bis freitags. Samstags hat das Geschäft von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

http://www.derwesten.de
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