Amtlicher Besuch bei den Besitzern: Bewohner des Bezirkes Voitsberg erfreuen sich an exotischen Haustieren. Sie zählen unter anderem Gekkos, Schlangen oder Schildkröten zu ihren Lieblingen.
Als vor einiger Zeit in Maria Lankowitz die Haut einer Vogelspinne gefunden worden ist, fuhr wahrscheinlich denjenigen, die unter einer Arachnophobie leiden, die Panik in die Glieder. Allerdings sollten die Leidenden wissen, dass mehrere solcher exotischen Gliederfüßer im Bezirk Voitsberg leben - und zwar gezählte 61. Denn wer ein Tier hält, das nicht bei uns heimisch, also nicht in freier Wildbahn zu finden ist, "muss das der Behörde melden", so Amtstierarzt Diethard Hönger. Deshalb sind die Zahlen bekannt.
Haustiere. Und darum weiß man in der Bezirkshauptmannschaft auch, wer wo eine Korn-, Strumpfband, Ratten- oder Hackennatter als Haustier hat. "Die Haltung der Exoten wird kontrolliert", beruhigt Hönger Ängstliche. Dass also irgendwo eine ausgewachsenene Boa auf der Straße dahin schlängeln könnte, ist demnach legal nicht möglich.
Leguane. Sieben Leguane, die bis zu einem Meter lang werden und an die sechs, sieben Kilo wiegen, kann man jedoch in Haushalten des Bezirkes Voitsberg finden. Ebenso ein Chamäleon, zehn Gekkos, 15 Königspythons, eine Regenbogenboa, 191 Schildkröten und einen Skorpion. Letzterer hat laut dem Amtstierarzt zu Unrecht einen tödlich schlechten Ruf: "Sein Stich ist ähnlich der einer Wespe oder Hornisse." Warum der Insektenfresser in Wildwest-Filmen immer der ganz Böse ist, lässt sich daher nicht erklären
Versperrt. Haustiere, die giftig sind, müssen übrigens in versperrbaren Terrarien gehalten werden. Falls dennoch etwas passieren sollte und einmal nach dem Herrl geschnappt wird: "Gegengift gibt es in München", erklärt Hönger.
Überprüfungen. Er weiß durch seine Überprüfungen, dass die Exoten, die in der Bezirkshauptmannschaft gemeldet sind, "von wirklichen Tierliebhabern gehalten werden", die sich mordsmäßig viel Mühe mit ihren Viecherln machen. "Häufig wird ein ganzes Zimmer umgebaut, der Boden mit Rindenmulch ausgelegt, ein künstlicher Wasserfall installiert. Außerdem stehen Äste und Bäumchen zum Klettern zur Verfügung."
Platz. Genügend Platz muss also vorhanden sein, wenn man zum Beispiel die Wohnung mit einem Netzpython teilen will. Wobei der Amtstierarzt manchmal auch sehr engen Kontakt mit solchen meterlangen Würgeschlangen haben kann. Eine namens Else - mit geschätzten 25 bis 30 Kilogramm - ist ihm bei einem Kontrollbesuch um den Hals gelegt worden. Der oberschenkeldicke Liebling hatte nämlich immer wieder aus dem Terrarium gezüngelt und war der Hausfrau, die ihn daraufhin liebevoll um sich geschlängelt durch die Wohnung trug, zu schwer geworden.
LYDIA LASUTSCHENKO
kz