Ein entflohener Großmarder hat Zollfahnder in Mecklenburg-Vorpommern auf die Spur eines illegalen Tierhandels gebracht. Die Fahnder nahmen nach eigenen Angaben vier Verdächtige fest. Sie sollen im Internet mit artgeschützten Tieren gehandelt haben, teilte das Zollfahndungsamt Hamburg am Freitag mit. Unter anderem boten sie Elefanten, Nashörner, Eisbären und Vogelspinnen zum Kauf an. In mindestens vier Fällen sollen sie Tiere verkauft, aber nicht ausgeliefert haben. Es handele sich dabei um zwei Stachelschweine, ein Totenkopfäffchen und eine Vogelspinne. Neben dem illegalen Handel wird den Verdächtigen auch Betrug und Tierquälerei vorgeworfen. Ihre Geschäfte organisierten die Verdächtigen von Ivenack bei Treptow (Kreis Demmin) aus.
Nashorn sollte 70.000 Euro kosten
Der illegale Handel war bereits Anfang Oktober einem Kölner Zollfahnder beim Surfen im Internet aufgefallen. Angepriesen wurden dort zum Beispiel Eisbären für 35.000 Euro und Panzernashörner für 70.000 Euro. Der Fahnder informierte daraufhin seine Kollegen in Rostock. Bevor eine Hausdurchsuchung stattfinden konnte, führte ein Tayra, ein aus Amerika stammender Großmarder, die Ermittler ebenfalls auf die richtige Spur. Das Tier war aus einem nicht angemeldeten Lagerraum der Händler entkommen und wurde kurz darauf überfahren. Bei der Durchsuchung der Lagerhalle fand die Polizei zahlreiche Reptilien. Sechs Würgeschlangen waren wegen der schlechten Bedingungen bereits verendet.
Hauptverdächtiger ist ein 21-jähriger Mann aus München, der bereits einschlägig vorbestraft ist. Der Mann, der mit seiner ebenfalls 21 Jahre alten Ehefrau in Ivenack wohnt, ist zurzeit auf Bewährung frei. Zwei Männer im Alter von 32 und 36 Jahren aus Altentreptow sollen bei dem Handel mitgeholfen haben.
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