ERTINGEN - Ein ungewöhnliches Hobby und ungewöhnliche Haustiere hat Markus Igel aus Ertingen: Er züchtet Schlangen. Im Keller seines Hauses hat der Ertinger einen Raum eingerichtet, in dem zwölf Würgeschlangen in acht Terrarien leben.
Er habe schon als Kind eine Schwäche für Kriechtiere gehabt, erinnert sich Markus Igel. Er habe in Kiesgruben Blindschleichen gefangen und diese beobachtet. Zahlreiche Fachbücher über Schlangen hat Igel verschlungen, sich in Internet-Foren informiert - und verschrieb sich doch der Hasenzucht. Die Geflügelpest vor vier Jahren war "schuld" an seinem neuen Hobby: Die Züchter durften fortan kein Geflügel mehr ausstellen und die Herbertinger - Igel ist Mitglied im dortigen Kleintierzuchtverein - beschlossen, stattdessen Schlangen zu zeigen.
Richtige Temperatur ist wichtig
"Hier habe ich mich infiziert", erzählt der 40-Jährige. Igel erwarb eine kleine Kornnatter, eine "Anfängerschlange", denn sie gilt als besonders unkompliziert. Sehr wichtig seien allerdings die richtige Temperatur (rund 28 Grad) und eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 50 Prozent. Auch müssen die Terrarien groß genug sein. In Igels Keller sind alle Marke Eigenbau, haben Katzenstreu als Boden und beinhalten einige dicke, raue Äste, um die sich die Reptilien schlingen können. Ganz ruhige Tiere seien Schlangen, versichert Igel, und angenehm zum Anfassen. Er versteht nicht, warum die Tiere ein so negatives Image haben. Beispielsweise in der christlichen Mythologie, in der die Schlange ein Symbol für Verführung und Verrat ist.
Die Ernährung der Tiere ist unkompliziert: Einmal pro Woche werden sie mit lebenden Mäusen oder Ratten gefüttert. Die Schlange mustert ihre Beute und schätzt ab, ob sie "mundgerecht" ist, das heißt, in ihren Schlund passt. Dann würgt das Reptil die Beute, indem sie so lange zudrückt, bis diese nicht mehr atmet. Gespeist wird in aller Ruhe: Langsam wandert das erlegte Tier durch den Körper der Schlange, was Beobachter an deutlich sichtbaren Beulen erkennen können. Das Futter kauft Markus Igel bei Züchtern, die sich auf Reptilienfutter spezialisiert haben. "Es gibt sehr viele Schlangenzüchter in der Gegend", erzählt er. Man treffe sich im Verein oder bei den zahlreichen Reptilienbörsen. Leider gebe es keinerlei Beschränkungen für den Verkauf, und so seien unter den Züchtern auch viele "Schwarze Schafe", die ihre Reptilien nicht artgerecht halten. Ein Krokodil könne man nicht als Haustier halten, sagt Igel, doch kaufen könne man ein kleines Tier jederzeit.
Ganze Familie macht mit
Bei Igels im Keller ist dagegen alles bestens eingerichtet für die Würgeschlangen. Auch die Familie teilt das Hobby: Die Oma macht "Urlaubsvertretung" und sprüht die Terrarien, und die beiden Kinder haben selbst eine schöne Königspython, um die sie sich kümmern. Nur seine Frau sei "nicht so arg begeistert", schmunzelt er.
Stolz ist Igel darauf, dass alle seine Schlangen sehr gesund sind und sich auch ruhig in seiner Hand verhalten: Sie scheinen ihr "Herrchen" zu kennen. Während der Häutung ändert sich die Farbe der Schlange: Ganz milchig wirkt sie, bevor sie sich selbst ihr zu eng gewordenes "Kostüm" aufschlitzt und langsam daraus hinausgleitet. Danach strahlen die Körperfarben wieder intensiv. Ein Höhepunkt war für Markus Igel, als im vergangenen Jahr eine seiner Kornnattern Eier legte. Er machte sich schlau, baute einen Brutkäfig, und es gelang ihm tatsächlich, alle 17 Eier durchzubringen. Die kleinen Schlangen seien so groß wie Regenwürmer gewesen, erzählt er. Doch Schlangen wachsen rasch.
Igel ist der "Herr der Schlangen"ERTINGEN - Ein ungewöhnliches Hobby und ungewöhnliche Haustiere hat Markus Igel aus Ertingen: Er züchtet Schlangen. Im Keller seines Hauses hat der Ertinger einen Raum eingerichtet, in dem zwölf Würgeschlangen in acht Terrarien leben.
Er habe schon als Kind eine Schwäche für Kriechtiere gehabt, erinnert sich Markus Igel. Er habe in Kiesgruben Blindschleichen gefangen und diese beobachtet. Zahlreiche Fachbücher über Schlangen hat Igel verschlungen, sich in Internet-Foren informiert - und verschrieb sich doch der Hasenzucht. Die Geflügelpest vor vier Jahren war "schuld" an seinem neuen Hobby: Die Züchter durften fortan kein Geflügel mehr ausstellen und die Herbertinger - Igel ist Mitglied im dortigen Kleintierzuchtverein - beschlossen, stattdessen Schlangen zu zeigen.
Richtige Temperatur ist wichtig
"Hier habe ich mich infiziert", erzählt der 40-Jährige. Igel erwarb eine kleine Kornnatter, eine "Anfängerschlange", denn sie gilt als besonders unkompliziert. Sehr wichtig seien allerdings die richtige Temperatur (rund 28 Grad) und eine Luftfeuchtigkeit von mindestens 50 Prozent. Auch müssen die Terrarien groß genug sein. In Igels Keller sind alle Marke Eigenbau, haben Katzenstreu als Boden und beinhalten einige dicke, raue Äste, um die sich die Reptilien schlingen können. Ganz ruhige Tiere seien Schlangen, versichert Igel, und angenehm zum Anfassen. Er versteht nicht, warum die Tiere ein so negatives Image haben. Beispielsweise in der christlichen Mythologie, in der die Schlange ein Symbol für Verführung und Verrat ist.
Die Ernährung der Tiere ist unkompliziert: Einmal pro Woche werden sie mit lebenden Mäusen oder Ratten gefüttert. Die Schlange mustert ihre Beute und schätzt ab, ob sie "mundgerecht" ist, das heißt, in ihren Schlund passt. Dann würgt das Reptil die Beute, indem sie so lange zudrückt, bis diese nicht mehr atmet. Gespeist wird in aller Ruhe: Langsam wandert das erlegte Tier durch den Körper der Schlange, was Beobachter an deutlich sichtbaren Beulen erkennen können. Das Futter kauft Markus Igel bei Züchtern, die sich auf Reptilienfutter spezialisiert haben. "Es gibt sehr viele Schlangenzüchter in der Gegend", erzählt er. Man treffe sich im Verein oder bei den zahlreichen Reptilienbörsen. Leider gebe es keinerlei Beschränkungen für den Verkauf, und so seien unter den Züchtern auch viele "Schwarze Schafe", die ihre Reptilien nicht artgerecht halten. Ein Krokodil könne man nicht als Haustier halten, sagt Igel, doch kaufen könne man ein kleines Tier jederzeit.
Ganze Familie macht mit
Bei Igels im Keller ist dagegen alles bestens eingerichtet für die Würgeschlangen. Auch die Familie teilt das Hobby: Die Oma macht "Urlaubsvertretung" und sprüht die Terrarien, und die beiden Kinder haben selbst eine schöne Königspython, um die sie sich kümmern. Nur seine Frau sei "nicht so arg begeistert", schmunzelt er.
Stolz ist Igel darauf, dass alle seine Schlangen sehr gesund sind und sich auch ruhig in seiner Hand verhalten: Sie scheinen ihr "Herrchen" zu kennen. Während der Häutung ändert sich die Farbe der Schlange: Ganz milchig wirkt sie, bevor sie sich selbst ihr zu eng gewordenes "Kostüm" aufschlitzt und langsam daraus hinausgleitet. Danach strahlen die Körperfarben wieder intensiv. Ein Höhepunkt war für Markus Igel, als im vergangenen Jahr eine seiner Kornnattern Eier legte. Er machte sich schlau, baute einen Brutkäfig, und es gelang ihm tatsächlich, alle 17 Eier durchzubringen. Die kleinen Schlangen seien so groß wie Regenwürmer gewesen, erzählt er. Doch Schlangen wachsen rasch.
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