Der Ausflug in die Freiheit währte nur kurz: Tagelang hatte ein streng geschützter Tayra, ein marderartiges Raubtier, die Einwohner von Altentreptow (Kreis Demmin) in Atem gehalten. Nun ist das Tier tot: Es wurde überfahren. Das Tier war aus aus einem illegalen Tierbestand von Reptilien und anderen Exoten am Stadtrand ausgebüxt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts des illegalen Tierhandels und des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.
ALTENTREPTOW - Die Aufregung war groß. Als das Tier entwischt war, hieß es zunächst, es handele sich um einen Tasmanischen Teufel. Wegen der starken Bisskraft und Gefährlichkeit solcher Tiere - die nur auf der südaustralischen Insel Tasmanien in freier Natur leben - wurde die Bevölkerung sogar am Sonntag per Lautsprecherwagen gewarnt.
"Es handelt sich aber unstrittig um einen Tayra", erklärte Kreistierarzt Rolf Pietschke, der bereits ein Bußgeldverfahren gegen die Halter einleitete. "Tayras fressen Hühner und Hasen, die anderen nehmen sogar Schafe - da mussten wir handeln", verteidigte Ordnungsamtsleiterin Claudia Ellgoth die Maßnahmen der Stadt.
Nach ersten Ermittlungen sollen eine Frau und zwei Männer aus der Region illegal in der Ruine eines DDR-Baubetriebs etwa 50 zum Teil gefährliche Tiere, darunter zwei Tasmanische Teufel, Ginsterkatzen, Wickelbären und zahlreiche Schlangen, gehalten haben. Bereits im Sommer war ein Kleinbär entwichen, konnte aber eingefangen werden. Das jetzt geflohene Tier sahen mehrere Einwohner am Wochenende, wagten sich jedoch nicht näher heran. "Der hat uns enorm angefletscht", sagte Ellgoth.
Laut Pietschke wurden die exotischen Tiere von Guyana und über Tschechien eingeführt. Auch der Zoll sei eingeschaltet. In der Bauruine seien bei einer Kontrolle fast nur noch tote Schlangen gefunden und später entsorgt worden. "Wo die anderen Tiere blieben, wissen wir nicht", sagte Ellgoth. Nur eine Anakonda-Schlange habe noch artgerecht untergebracht werden müssen. nnn.de