Mehr als hundert exotische Arten bei Reptilienschau in Rathenow zu sehen
RATHENOW - Genüsslich mümmelte Emil an seinem Salatblatt und scherte sich nicht um die Blicke der Besucher. Emil ist eine Spornschildkröte, zählt 21 Jahre und ist 80 Kilo schwer.
Am Samstag und gestern war er in der Rathenower Havellandhalle zu Gast. Und er war nicht allein. Bei der Reptilienschau hatte der Veranstalter aus dem Döbrichau bei Torgau (Sachsen) allerlei Getier dabei, das der Mitteleuropäer nicht alle Tage zu sehen bekommt. Von Spinnen und Skorpionen über Schlangen und Waranen bis zu Insekten und Kaimanen war die Havellandhalle ein Ort der exotischen Fauna.
Und wie das so ist wenn es etwas Seltenes zu sehen gibt war das Interesse entsprechend groß. Manche der Tiere ähnelten schon Wesen aus den „Jurassic-Park“-Filmen, eben nur in Miniatur. Vielleicht ist es ganz gut, dass der ausgestellte, sonst in Nord- und Westaustralien beheimatete Stachelschwanzwaran nur bis 70 Zentimeter groß wird. Nicht auszudenken, was sein stachelbewehrter langer Schwanz sonst anrichten könnte. Etwas größer waren schon der Tiger- und Netzpython. Gute sechs Meter sind die Schlangen lang. In der Havellandhalle waren sie sicher verwahrt in ihren Terrarien unter Wärmelampen. Was aber nicht hieß, dass die Besucher mit diesen Tieren nicht nähere Bekanntschaft schließen konnten. Mutige Besucher, unter ihnen auch Kinder, konnten sich die Riesenschlangen um die Schultern legen lassen. Doch es gab nichts zu befürchten. Die imposanten Tiere zeigten sich eher neugierig als angriffslustig. Zumal der Mensch nicht in das Beuteschema des Python passt. Er zieht Ratten, Mäuse, Kaninchen oder Meerschweinchen vor. Es war schon mal ein „Iiih!“ von den Besuchern zu hören, als sie vor den Terrarien des Afrikanischen Riesentausendfüßlers oder denen der Vogelspinnen standen. Wobei die Blonde Arizona-Vogelspinne durch ein besonderes Merkmal auffiel: ist dem Weibchen nicht nach Paarung zumute, wird das sich ihr in zärtlichen Absichten nähernde Männchen kurzerhand verspeist. Der Brillenkaiman und der Mississippi-Alligator – zwei Tiere denen man nicht in freier Wildbahn begegnen möchte, denen aber in der Havellandhalle viel Aufmerksamkeit zuteil wurde. Dass manche Tiere Meister der Tarnung sind zeigte zum Beispiel das Jemen-Chamäleon: perfekt hatte es sich dem Blattwerk in seinem Terrarium angepasst. Erst nach dem zweiten, manchmal auch nach dem dritten Blick war das Tier auszumachen.
150 Tiere und über 100 verschiedene Tierarten wurden gezeigt. Veranstalter Felix Richter sieht die Schau auch als Informationsveranstaltung für Leute, die selbst solche Exoten halten wollen. „Die Beratung in Zoogeschäften ist oft sehr unzureichend“, bemängelt er: „Die wollen meistens nur etwas verkaufen.“ Verkauft wurden bei der Reptilienschau nur Echsen aus Gummi, die echten Tiere werden weiterhin in drei beheizbaren Sattelschleppern auf Tour sein und den Besucher in die geheimnisvolle Reptilienwelt führen. (Von Dirk Guderjan)
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Liebe Grüsse eure Michaela