Weil seine vierte Wasserski-Seilbahn Amphibien, Vögel und Libellen verdrängt, hat Betreiber Johannes Sühs einen neuen Lebensraum für das Getier schaffen lassen – gleich nebenan, mit Tümpeln und kleinen Erhebungen.
Johannes Sühs, Chef des Wasserski-Zentrums in Berghausen, hat im zurückliegenden Sommer nicht nur eine neue – vierte – Seilbahn in Betrieb genommen, sondern auch „viel über ökologische Kreisläufe gelernt“ – und das auf seinem eigenen Gelände. Südlich der neuen Seilbahn ist nämlich ein Refugium für Amphibien und Reptilien entstanden. Als Ausgleichsfläche für den sich ausbreitenden Sport- und Freizeitraum, in dem sich die Natur gezwungenermaßen auf dem Rückzug befindet.
Steine gegen Pflanzenwuchs
Vorgeschlagen hatte das Offenland-Biotop die Untere Landschaftsbehörde. Sühs (55) hat es von dem Baumberger Landschaftsplaners Sieghart Finke und dem Düsseldorfer Gutachterbüro IVÖR konzipieren lassen. Entstanden sind wassergefüllte Senken mit Flachwasserzonen und kleinen Erhebungen. Auf die freien Flächen wurden Kies, Schieferbruch und Grauwackesteine geschüttet, um Pflanzenaufwuchs zu verhindern. Statt des verbreiteten Grüns sollen sich in dem Ersatzlebensraum Tierarten ansiedeln, die durch die Abgrabungen und Umgestaltungen nebenan verdrängt wurden.
Da der Wasserstand in der gesamten Anlage um drei Meter differieren kann, hat Sühs noch vor, auf einer kleinen Anhöhe einen vom Grundwasser unabhängigen Tümpel zu schaffen, der selbst bei Niedrigwasserstand ausreichend Wasser führt.
Im Zuge des Genehmigungsverfahrens für die vierte Wasserski-Seilbahn hatten Biologen vom Düsseldorfer Institut für Vegetationskunde, Ökologie und Raumplanung (IVÖR) eine Bestandsaufnahme der Tiergruppen Vögel, Reptilien, Amphibien und Libellen vorgenommen. Im Plangebiet dokumentierten sie etwa 50 Vogelarten, darunter viele häufige Arten, doch auch Vertreter der offenen und halboffenen Kulturlandschaft wie Klapper- und Dorngrasmücke, Goldammer und Sumpfrohrsänger. Obwohl außerdem Teichmolch, Erdkröte, Gras- und Teichfrosch gefunden wurden, gilt das Areal im Vergleich zu ähnlichen Lebensräumen als „amphibienarm“.
Die Experten wiesen überdies 17 Libellenarten nach („libellenreich“). Gleichwohl kamen sie in ihrem Untersuchungsbericht zu dem Schluss, dass die Beeinträchtigung der Natur durch die Wasserski-Bahn ausgeglichen werden könne. Sühs stellte darauf ein Hektar als Ausgleichsfläche zur Verfügung.
Quelle
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Liebe Grüsse eure Michaela