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 Sie retten Vögel, Reptilien und Elfenbein

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Bearded Dragons
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Reptilien: Bartagamen
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BeitragThema: Sie retten Vögel, Reptilien und Elfenbein   Do 11 Sep - 17:17

Die Bartagame bleibt ganz gelassen. Fast ohne jede Regung sitzt die Echse auf dem Arm des Zollbeamten, lässt sich geduldig von den dutzenden Journalisten fotografieren und filmen. Auch für ihre Retterin, den Artenschutz-Spürhund Amy, hat das Tier kaum einen Blick übrig. Sitzt einfach da und guckt vor sich hin, in der Gepäckverteilerhalle des Flughafens, die Bartagame.

Vor 20 Jahren standen die Bartagamen schon einmal im Rampenlicht. Damals waren die Echsen ein begehrtes Schmuggelgut, wurden in großen Zahlen aus Australien in Reisekoffern nach Deutschland geschafft. "Heute schmuggelt kein Mensch mehr Bartagamen", erzählt Rudolf Wicker, Reptilienexperte des Frankfurter Zoos. Das Prachtexemplar auf dem starken Arm des Zollbeamten wohnt friedlich im Zoo.
Im Flughafen ist es an diesem Vormittag nur Nebendarsteller. Ein Platzhalter für die anderen Exoten, die jetzt bei skrupellosen Tierhändlern auf der Einkaufsliste stehen. Die Hauptrolle teilen sich an diesem Dienstagvormittag Amy und Uno, die beiden neuen Artenschutz-Spürhunde des Flughafen-Zolls.
Amy und Uno dürfen die Bartagame gleich mehrmals retten, zu Demonstrationszwecken. Dafür packt Zoo-Mann Wicker das Reptil zunächst in einen Stoffbeutel und legt es dann in einen grauen Hartschalenkoffer. Was dem Tier "gar nichts ausmacht", wie er versichert.

Dann laufen Schäferhündin Amy und Labrador Uno immer wieder an den 14 Koffern entlang, die in der Verteilerhalle aufgereiht dastehen. Und immer wieder machen sie bei dem grauen Koffer Halt, bellen, kratzen mit den Vorderpfoten über den Kunststoff.

Die beiden dreijährigen Hunde sind die ersten beiden Artenschutz-Spürhunde am Frankfurter Flughafen. "Ein Meilenstein", wie Volker Homes von der Naturschutzorganisation WWF immer wieder betont. Allein im Jahr 2007 entdeckte der Zoll im Flughafen fast 5600 lebende Tiere im Reisegepäck oder in Post- und Frachtsendungen.

Von hunderten kleinen Schildkröten im Kulturbeutel über Warane in Videokassetten bis zu Pfeilgiftfröschen in Plastikflaschen. Was nach spektakulären Einzelfällen klingt, ist weltweit ein Milliardengeschäft. "Ich wünsche mir, dass die Hunde erfolgreich bei der Suche sind, hoffe aber gleichzeitig auf eine abschreckende Wirkung", sagt der Hundelehrwart des Hauptzollamtes Frankfurt, Dieter Keller.

So richtig abschreckend wirken Amy und Uno in der grauen Gepäckverteilerhalle nicht unbedingt, wenn sie zwischen gelben Förderbändern und Gepäcktransportern schwanzwedelnd um die Koffer hecheln. Was all den Menschen in den grünen Uniformen ein ernstes Anliegen ist, ist für die Hunde nur ein großes Spiel.

Eins, das sie ab sofort täglich spielen dürfen. Vielleicht drei, vier Mal in einer Vormittagsschicht. Der Zoll sucht sich dann eine ankommende Maschine aus, die geschmuggelte Tierarten im Gepäck haben könnte. 300 Gepäckstücke, also die Ladung eines Großraumflugzeuges, schaffen die Hunde in gut zehn Minuten.

Fündig werden sie dabei immer, auch wenn das Gepäck sauber ist. Denn ohne Belohnung, ohne ein Erfolgserlebnis wäre es schnell um den Spieltrieb der Tiere geschehen. Die Zollhundeführer haben daher immer einen mit Geruchsträgern versehenen Koffer dabei, der am Ende unter das echte Gepäck gemischt wird und den die Tiere entdecken dürfen.

Die Treffsicherheit der Spürnasen ist einer zehnwöchigen Ausbildung zu verdanken, die die Tiere gemeinsam mit ihren Hundeführern durchlaufen. Auf 15 Geruchsbilder sind Amy und Uno trainiert, sie erkennen etwa artengeschützte Vögel, Reptilien, Elfenbein.

Sogar für Kaviar in Dosen haben sie den richtigen Riecher. "Man kann Hunde auf alles abrichten", erklärt Dieter Keller. Rund 25.000 Euro kostet eine solche Ausbildung. Für die Tiere, die sie entdecken, gibt es indes kein Zurück mehr - zu unklar ist die Vorgeschichte des blinden Passagiers. Meistens nimmt sich der Zoo der Tiere an und vermittelt sie weiter.

Wegen des antrainierten Anzeigeverhaltens - bellen, kratzen, beißen - sind die Hunde übrigens nicht für die Suche am Menschen gedacht. Wenn man sich den Zustand des grauen Koffers so ansieht, ist das wohl auch besser so.

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