
Vermutlich ausgesetzte Echse wurde am Alsdorfer Sportplatz gefunden.
rai –Schon wieder sorgte ein exotisches Tier für Furore, das in den Wüstenregionen Australiens beheimatet ist: Nachdem ein Känguru am Freitag im Raum Elkenroth und Weitefeld aufgetaucht war, aber bislang nicht eingefangen werden konnte (die SZ berichtete), stand am Sonntagnachmittag ein Reptil im Mittelpunkt. Die Bartagame, eine Gattung der Echsen innerhalb der Agamen, ist inzwischen in guter Obhut. Das Tier war bei einem Betzdorfer Veterinär abgegeben worden, nachdem es am Sportplatz in Alsdorf gefunden worden war.
»Der Tierarzt hat uns mitgeteilt, dass es in einem guten Zustand ist«, berichtete Elke Zaudig. Die Geschäftsführerin des Tierschutzvereins im Kreis Altenkirchen holte den Findling ab. Bei der 2. Vorsitzenden Susanne Weller in Daaden wurde die Echse zunächst in ein Glasterrarium eingesetzt und gefüttert. Der Wüstenbewohner ernährt sich zu 70 Prozent pflanzlich. Als Lauerjäger frisst er in freier Natur alles, was er überwältigen kann. Bartagamen sind Kletterer.
»Es ist schon das außergewöhnlichste Fundtier, das wir aufgenommen haben«, sagten die Vorstandsmitglieder. Wenngleich es sich nicht um eine artengeschützte Spezies handelt, so erfordern Pflege und Haltung ein bestimmtes Fachwissen. Glücklicherweise kennt Susanne Weller jemanden, der selbst Bartagamen hält und hier bereits jahrzehntelange Erfahrungen besitzt. Und dieser hat das Tier nun aufgenommen.
Der neue Besitzer meint, dass die Überlebenschancen für das wechselwarme Tier in unserer freien Natur alles andere als gut sind – sowohl was die Nahrung als auch etwa die Gefahr durch (Fress-)Feinde betrifft. Aufgrund der Größe dürfte es sich um ein recht altes Exemplar handeln. Allerdings fehlt der Bartagame ein deutliches Stück des langen Schwanzes. Bei einem Kampf mit einem Artgenossen können die Echsen sich schon mal gegenseitig verletzen.
Mit dem verstümmelten Körperteil sieht eine Bartagame sicherlich nicht mehr ganz so prächtig aus – der Schwanz ist oft länger als die Hälfte der Gesamtkörperlänge. Das könnte also ein Grund dafür sein, dass ein solches Tier ausgesetzt wird, aber auch die steigenden Energiekosten, etwa für UV-Lampen, sind hier ein denkbarer Beweggrund.
Dass der Wüstenbewohner, der bis zu 15 Jahre alt wird, ausgesetzt wurde, davon gehen die Tierschützer jedenfalls fest aus. Der Verein hat den Fund dem Ordnungsamt Betzdorf gemeldet. Ihren Namen verdankt die Bartagame übrigens ihrem »Bart« an der Kehle unter dem keilförmigen Kopf. Die Stacheln werden zum Imponieren und Drohen aufgestellt.
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