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   Alter : 50 Anmeldungsdatum : 17 Nov 2007 Beiträge : 496 Wohnort : Brentenmais Name : Admin Reptilien : Bartagamen
 | Thema: „Das bedeutet den Ruin ...“ Mi 22 Okt - 6:14 | |
| BIBERBACH / Eierproduzenten stöhnen. Das Tierschutzgesetz verbietet ihnen mit 1. Jänner 2009 die Käfighaltung von Legehennen. Umstellung auf Bodenhaltung ist teuer.
VON JULIA EDERMAYR UND HERMANN KNAPP
„Für uns ist dieses Gesetz der Ruin. Es gab vorher schon sehr schwere Bedingungen: miserable Eierpreise und hohe Futterpreise, und jetzt der Umbau...“, sagt Karl Latschenberger aus Biberbach. „Für mich ist das existenzbedrohend.“ Was dem Eierproduzenten solche Sorgen macht, ist das Tierschutzgesetz, das mit 1. Jänner 2009 die Käfighaltung von Legehennen verbietet. Auf Grund der schlechten Wirtschaftslage konnte Latschenberger nur eine seiner zwölf Stallungen in Österreich umbauen. Für die anderen reichten weder Förderung noch Kredite. Zehn Millionen Euro würde die gesamte Umstrukturierung (für 500.000 Hühner) kosten. Zum jetzigen Zeitpunkt steht die Finanzierung allerdings unter einem großen Fragezeichen.
„40 Jahre Rückschritt in Sachen Hygiene“ Latschenberger hat massive Zweifel an der Bodenhaltung. „Das Gesetz ist 40 Jahre Rückschritt was die Hygiene betrifft“, meint er. „Die Hühner leben in ihrem eigenen Kot und es gibt jede Menge Staubentwicklung. Es kommt auch vor, dass sich die Hühner erdrücken, wenn viele auf einmal in das Nest wollen. Tote Hennen gibt es doppelt, dreimal so viel, so Latschenberger. „In 15 bis 20 Jahren wird man zu ausgestalteten Käfigen zurückkehren“, ist er überzeugt. Den Umbau will er aber trotzdem mit aller Kraft forcieren - und er will seine 36 Mitarbeiter auf alle Fälle weiter beschäftigen. „Ich gebe nicht so schnell auf, aber oft denke ich mir, hätten wir vor einem halben Jahr aufgehört, hätte ich mir viel Ärger und Defizit erspart.“
Einer der Eierproduzenten, die mit Jahresende ihren Betrieb umrüsten, ist Franz Kirchweger aus Aschbach, Obmann der Österreichischen Frischeier-Erzeugergemeinschaft. „Derzeit haben wir 12.000 Legehennen. Künftig werden es nur noch 7700 sein. Die Umrüstung des Betriebes kostet 150.000 Euro. Was Kirchweger wurmt, ist, dass es kein Verbot für den Verkauf ausländischer Käfigeier in Österreich gibt. „Denn uns zwingt man zur Umstellung auf Bodenhaltung, aber ein Einfuhrverbot gibt es nicht.“ Dass der Lebensmittelhandel beschlossen hat, keine Käfigeier mehr zu verkaufen, hilft da wenig. „Denn die meisten Eier gehen über den Großhandel an die Hotellerie, Gastronomie, an Bäckereien etc. Und da geht es um jeden Cent. Da werden die billigeren Käfigeier gekauft. Wir österreichischen Betriebe geraten da nun ins Hintertreffen.
Musterschüler sind die Strengberger Eierproduzenten, denn sie haben in den letzten Jahren voll auf Boden- und Freilandhaltung umgestellt. Kürzlich hat auch Franz Kinast seinen Hof mit einem Stall erweitert. Den Hühnern steht nun eine riesige Freilauffläche zur Verfügung. Das hat zwar viel Geld gekostet, wird von den Hühnern aber bis jetzt kaum angenommen. „Man muss schon fragen, ob das sinnvoll ist, wenn zugleich Billigprodukte aus Käfighaltung, die in den neuen EU-Ländern noch praktiziert wird, importiert werden. Gegen diese ungleichen Wettbewerbsbedingungen muss sich die Politik etwas einfallen lassen“ fordert Dietl.
EU-weites Verbot von Käfigen erst ab 2012 Die Behörde kündigt an, dass sie ab Jänner die Betriebe kontrollieren werde. Welche Konsequenzen Produzenten drohen, die am 1. Jänner noch nicht umgestellt haben, darauf will sich Bezirkshauptmannstellvertreter Mag. Andreas Pechter nicht festlegen. „Man wird dann eine Entscheidung treffen, was zu geschehen hat.“ Österreich prescht in Sachen Käfighaltung übrigens auch der EU weit voraus. Europaweit soll das Verbot erst 2012 in Kraft treten - wenn überhaupt.
NÄHERE INFOS Laut Landwirtschaftskammer gibt es im Bezirk Amstetten derzeit 67 Legehennenbetriebe. Diese haben: 7000 Biohennenlegeplätze 50.000 Freilandlegeplätze 360.000 Bodenhaltungsplätze 54.000 Käfiglegeplätze
In Österreich werden derzeit rund 5,2 Millionen Legehennen gehalten, mit denen 1,5 Milliarden Eier produziert werden.
Für ein Ei aus Käfighaltung (Klasse Large) bekommt der Produzent derzeit zirka 6 Cent, für ein Ei aus Bodenhaltung zirka 9 Cent (ohne Mwst.).
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