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Die Bartagamen (Pogona)

sind eine Gattung von Echsen innerhalb der Familie der Agamen, die in den Wüstenregionen in Australien vorkommen. Sie leben vorwiegend als Einzelgänger.
Es gibt acht verschiedene Bartagamenarten in Australien.

Beschreibung
Bartagamen sind langgestreckte, sandfarbene Echsen. Durch ihre Färbung können sie sich in ihrem Lebensraum gut tarnen. Sie sind an vielen Körperstellen mit Stacheln besetzt. Der Schwanz macht für gewöhnlich die Hälfte der Gesamtlänge aus. Bartagamen können bis zu 60 cm lang werden.

Verbreitung und Lebensraum

Bartagamen sind in Australien endemisch. Sie leben in Großteilen Australiens; die Gebiete in Nord- und Nordostaustralien haben sie jedoch nicht erschlossen. Tasmanien weist auch kleine Bartagamenbestände vor. Sie leben vorwiegend in Wüsten, Steppen und lichten Wäldern.

Ernährung

In freier Wildbahn sind Bartagamen Ansitzjäger. Sie fressen nahezu alles, was sie überwältigen können. Dies sind diverse Wirbellose, Nager, Frösche, Jungvögel, Insekten, Reptilien und zum Teil eigene, kleinere Artgenossen. Der pflanzliche Anteil der Nahrung ist recht groß, er beträgt bei adulten Bartagamen teilweise mehr als 50 %, bei jüngeren Tieren überwiegt der Anteil an tierischer Nahrung. Bartagamen tätigen regelmäßig den „Zungentest“. Hierbei wird mit der Zunge geprüft, ob eine Pflanze oder ein Tier essbar ist.
 
Fortpflanzung
Die Fortpflanzungszeit geht von Frühjahr bis Frühsommer. Ein typisches Balzritual ist das Kopfnicken. Das Männchen springt dann meistens aufdringlich vor das Weibchen und nickt mit dem Kopf stark auf und ab. Ist das Weibchen zur Paarung bereit, bewegt es seinen Kopf langsam auf und ab. Ist das Weibchen nicht bereit, dreht es seinen Kopf zum Männchen, spreizt den Bart und beißt das Männchen, falls dieses zu aufdringlich ist. Wenn zwei Männchen um ein Weibchen buhlen, beginnen sie, sich gegenseitig zu bedrohen: Beide stellen ihren Bart auf. Dem schwächeren genügt oft die Drohgebärde, um sich in „Demutsstellung“ zu begeben oder zu fliehen. Selten gibt es einen Kampf. Kommt es doch dazu, laufen sich die Männchen im Kreis hinterher und versuchen den Gegner zu beißen. Wenn die Werbung erfolgreich war, läuft die Paarung folgendermaßen ab: Das Männchen versucht sich im Nacken des Weibchens festzubeißen und verletzt es dabei oft. Hat das Männchen sich im Nacken festgebissen, umklammert es den Schwanz des Weibchens mit seinen hinteren Beinen und schiebt den Schwanz zur Seite, um seinen Hemipenis einzuführen. Dieses Ritual ist schon nach wenigen Sekunden bis Minuten vorbei. Das Eierlegen kündigt sich oft nach 5 bis 6 Wochen durch sehr geringe Kotabgabe und einen prall gefüllten Bauch an. Ein bis zwei Tage vor dem Eierlegen gräbt das Weibchen an verschiedenen Stellen Gruben. Ist das Grubenklima geeignet, dann legt es seine Eier darin ab und schließt die Grube so, dass man kaum erkennen kann, wo sich die Grube befindet. Es werden je nach Art und Größe des Weibchens 15 bis 45 Eier gelegt. Später schlüpfen nach einer Dauer, die von der Bartagamenart abhängt, Jungtiere mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 60 bis 110 mm.
 
Haltung
Die Pflege von Bartagamen kann auch Anfängern empfohlen werden, da diese Tiere meist von Anfang an zutraulich und pflegeleicht sind. Die Pflege setzt aber einige Bedingungen wie Platz, starkes Interesse an den Tieren und ein Literaturstudium voraus (Lit.: Köhler u. a.).
 
Terrarium
Die Mindestgröße für ein Terrarium der kleinen Bartagamenarten wie Pogona henrylawsoni sollte 80 cm × 40 cm × 40 cm (Länge × Breite × Höhe) nicht unterschreiten, bei den großen Arten wie Pogona vitticeps werden Terrarien ab(!) einer Größe von 150 cm × 80 cm × 80 cm verwendet.
Bartagamen liegen im Terrarium gerne unter einer Spotlampe, wo die Temperatur durchaus 50°C betragen kann. Im Terrarium sollten Temperaturen von 25 - 33°C herrschen. In der Nacht sollte die Temperatur nicht unter 20°C sinken.
Da Bartagamen in ihrer natürlichen Umgebung oft ein großes Gebiet überblicken müssen, sollte man ihnen einen erhöhten Standpunkt anbieten (z.B. eine große verzweigte Wurzel). Bei Haltung von mehreren Bartagamen ist aber zwingend darauf zu achten, dass alle Bartagamen auf den erhöhten Plätzen gemeinsam Platz haben, da es sonst zu Dominanzverhalten kommen kann.

Beleuchtung

Besonders wichtig ist bei der Haltung von Bartagamen die Helligkeit. Hierzu sollten unbedingt HQI-Strahler mit Leuchtmitteln des Farbtons NDL oder Daylight verwendet werden. Auch die UV-Bestrahlung ist wichtig und geschieht am besten mit einer dafür vorgesehenen Lampe, die im Fachhandel erhältlich ist. Unbedingt auf UV-B achten, da sonst die lebenswichtige Bildung des anti-rachitischen Calciferol (Vitamin D³) in der Haut nicht möglich ist. Für die hohen Bartagamenterrarien sind so genannte UV-Leuchtstoffröhren in aller Regel nicht ausreichend. Es bieten sich stärkere UV-Strahler an, wobei jeder UV-Strahler mit der Zeit deutlich weniger UV-B abgibt. Glas filtert UV-Licht, daher darf es sich nicht zwischen Bartagame und Leuchtkörper befinden. Der empfohlene Mindestabstand und die maximale Strahlungsdauer müssen eingehalten werden. Es gibt auch Leuchtstoffröhren im Handel, welche einen Wirkungsbereich bis 60cm haben. Diese sind allerdings teurer und verlieren ebenfalls im Laufe der Zeit ihre Leistung. Spätestens nach einem Jahr müssen die Röhren getauscht werden !

Ernährung

Bartagamen sind Allesfresser und ernähren sich von einer Vielzahl unterschiedlicher Lebensmittel. In Gefangenschaft sind dies zum Beispiel Mäuse, Küken, Grillen, Zophobas, Mehlwürmer (wegen hohem Fettgehalt nur wenig füttern), Heuschrecken und andere Insekten, aber auch Gräser (kein Katzengras), Sämereien, sowie diverses Obst und Gemüse. Neben Kohl, welcher heftige Blähungen verursacht, ist auch Kopfsalat, Rucola und Spinat zu vermeiden, da diese zu nitrithaltig sind und Nervenschädigungen auslösen können. Zitrusfrüchte sind ganz zu vermeiden, da diese durch ihre eigene Säure den Darmtrakt zu sehr angreifen und die Tiere Verdauungsprobleme bekommen. In Gefangenschaft sollten Bartagamen auch zusätzlich Vitamine bekommen, sowie Mineralien, dabei besonders Calcium und Vitamin D³.
Bei Obst, Gemüse und Salat ist natürlich besonders darauf zu achten, daß Kerne entfernt werden und die Produkte gut gewaschen werden. Auch kann auf der Naturwiese nebenan, sogenanntes Wiesenfutter, gefangen werden. Dabei sollte beachtet werden, daß die Wiesen nicht gedüngt werden oder an stark befahrenen Straßen liegen. Mäuse und Vögel sollten nicht aus der Natur entnommen werden, da die Gefahr eines Parasiten- und Wurmbefalls gegeben ist.

Vergesellschaftung

Bartagamen sind Einzelgänger, aber es können mehrere Weibchen mit einem Männchen gleichzeitig gehalten werden. Das Terrarium muss nur eine ausreichende Größe haben, so dass sich die Weibchen dem permanenten Paarungstrieb des Männchens entziehen können. Eine Vergesellschaftung mit mehreren Männchen ist sehr schwierig und auf keinen Fall zu empfehlen, da es zu heftigen Revierkämpfen kommen kann, die sehr blutig ausgehen können, oder aber eines der Tiere wird so sehr vom dominanteren unterdrückt, dass es die Nahrungsaufnahme verweigert und keinen Lebenstrieb mehr verspürt und früher oder später eingeht.

Feuchtigkeit

Einen nicht zu über- oder unterschätzenden Faktor spielt die Feuchtigkeit der Umgebung und die direkte Wasseraufnahme. Denn einerseits können Hautkrankheiten, wie Pilze entstehen, wenn die konstante Feuchtigkeit zu hoch ist, andererseits sind Gicht und Atemwegsinfektionen die möglichen Auswirkungen zu trockener Haltung. Deshalb ist neben viel Obst und Gemüse ein Trinknapf und ein Badebehältnis erforderlich. Das Baden von Bartagamen ist nur bei Häutungsproblemen oder ähnlichen Ausnahmen zu empfehlen. Bei handwarmer Wassertemperatur jedoch kann man einzelne Exemplare beim Baden und sogar beim Tauchen beobachten, es sollte aber auf eine Ausstiegsmöglichkeit geachtet werden. Bei Häutungsproblemen sollte man die Haltungsbedingungen, insbesondere den Vitamin/Mineralstoffgehalt, kontrollieren. Stimmen diese, haben die Tiere auch keine Häutungsprobleme und man muss sie nicht im Bad "aufweichen" und mit möglichen Folgeerscheinungen, wie Ateminfektionen, etc. rechnen.

Winterruhe bei Bartagamen

Generell ist es ratsam, eine sechs- bis achtwöchige Winterruhe einzuhalten. Meistens bestimmen die Bartagamen den Zeitpunkt der Winterruhe selbst. Zwingend notwendig ist die Winterruhe nicht, allerdings ist sie sinnvoll, da es zum einen dem Verhalten im natürlichen Habitat entspricht und zum anderen die Paarungsbereitschaft gesteigert wird. Außerdem stärkt die Winterruhe die Widerstandskraft der Bartagamen. Ob Jungtiere Winterruhe machen sollten, ist umstritten.

Verhalten


Der Bart

Typisches Kennzeichen der Bartagamen ist ihr „Bart“. Dieses charakteristische Merkmal könnte man als Weiterentwicklung der Kehlwamme bezeichnen. Er ist mit Stacheln besetzt und liegt an der Kehle des keilförmigen Kopfes. Er wird nicht aufgebläht, sondern aufgestellt. Dies funktioniert durch den sogenannten Zungenbeinapparat, zwei Knochen, die den Bart aufstellen. Unter gleichzeitigem Kopfnicken nutzt die Bartagame den Bart zum Imponieren und Drohen. Dieses Merkmal findet man nur bei Bartagamen.

Dominanz

Das schnelle Auf- und Absenken des Kopfes, auch als Nicken bezeichnet, ist ein Zeichen der Dominanz des Tieres. Dieses Verhalten ist aber nur bei männlichen Bartagamen zu sehen.

Balzverhalten

Neben dem Dominanzverhalten wird auch das Balzverhalten durch das Nicken eingeläutet. In Verbindung mit einer Schwarzfärbung des Bartes ist dies für das Weibchen ein Zeichen der Paarungsbereitschaft. Das Weibchen senkt dann ihren Körper ab und hebt den Schwanz. Dann legt sich das Männchen nach dem Nackenbiss unter das Weibchen und beginnt mit dem Paarungsakt. Dieser dauert meist nicht länger als zwei Minuten.

Verteidigungskämpfe

Zu Verteidigungskämpfen des Revieres kommt es dann, wenn sich zwei Männchen begegnen und keines der beiden eine Demutsgeste macht. Durch das Aufstellen des schwarzen Bartes zeigen sie dann das typische Kampfverhalten, das durch starkes Nicken unterstützt wird. Anschließend wird der Körper flach gemacht und die Stacheln aufgestellt, um dem Gegner gegenüber größer zu erscheinen. Danach umkreisen sich die beiden, nähern sich seitlich und versuchen einen Biss anzusetzen. Der stärkere Kontrahent schiebt sich dann auf den Schwächeren, welcher dann regungslos auf dem Boden liegenbleibt, bis er eine Möglichkeit zur Flucht sieht.

Demutsgeste

Bartagamen zeigen „Demutsverhalten“ durch Winken mit den Händen, langsames Auf- und Abbewegen des Kopfes und Abflachen ihres Körpers. Somit demonstrieren sie einem Rivalen ein Beschwichtigungsverhalten, als Zeichen, der Schwächere zu sein.

Erkundungsverhalten

Zur Erkundung der Umgebung benutzen Bartagamen ihre Zunge. Dabei lecken sie die Gegenstände in ihrer Umgebung mit einem Züngeln ab. Die Duftstoffe der Objekte werden dann über die Zunge an das Jacobson-Organ weitergeleitet. Zur Begrüßung von Artgenossen wird ebenfalls die Zunge eingesetzt und die Nackenregion der anderen Tiere geleckt. Die Zunge wird auch zur Essbarkeitsprüfung eingesetzt. Dabei lecken sie ihr Futter zunächst ab, bevor sie es verspeisen (nur bei pflanzlicher Nahrung).

Ablehnungsgesten

Ein Zeichen der Ablehnung ist es, wenn Bartagamen ihre Augen schließen. Anders als beim Menschen ist es nicht ein Zeichen des Genießens, was oftmals falsch interpretiert wird. Es soll dem Halter signalisieren „Hör bitte auf, es gefällt mir nicht“. Dies ist meist beim Streicheln der Tiere festzustellen. Fühlen sich die Tiere stark bedrängt und ins Eck getrieben, kann man bei den Bartagamen sogar ein Fauchen vernehmen. In diesem Fall stellen sie dann auch ihren schwarz gefärbten Bart auf. Wie beim Revierverhalten stellen sie meist auch die Stacheln auf und nähern sich dem Gegner seitlich. In den seltensten Fällen beißen Bartagamen zu.

Schlafen

Zum Schlafen suchen sich die Bartagamen einen Ort, an dem sie sich zurückziehen können. Dabei graben sie sich gerne eine Mulde oder schlafen in gemütlicher Position auf einem Ast. Manchmal ist auch zu beobachten, dass die Bartagamen nur auf dem Schwanz gestützt an einer Wand schlafen. Für Menschen ungewöhnliche Schlafpositionen sieht man bei Jungtieren öfter als bei erwachsenen.

Stubsen an die Scheibe

Bewegt sich das Tier oft an der Scheibe hin und her, kann das viele Gründe haben. Möglicherweise ist das Terrarium für das Tier zu klein (empfohlene Mindestgröße siehe Bartagamen: Terrarium). Es kann aber auch sein, dass die Bartagamen mit ihrem eigenen Spiegelbild in der Scheibe spielen, dann sollte das Glas gereinigt werden. Oft hat die Bartagame nur etwas Interessantes außerhalb des Terrariums entdeckt oder will einfach nur aus dem Terrarium heraus, weil es den Pfleger entdeckt hat.

Beobachtung der Umgebung

Bartagamen beobachten gerne ihre Umgebung. Das machen sie entweder von ihrem Lieblingsplatz, meist der Sonnenplatz, oder einem anderen erhöhten Punkt aus. Dabei strecken sie ihren Kopf in die Höhe und beobachten intensiv und aufmerksam, was sich in der Umgebung abspielt.
 
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Bartagamen
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